Heute grün!…

Heute grün!

„Wäre man grün, bräuchte man nicht mehr zu essen, nicht mehr einzukaufen, nicht mehr zu arbeiten. Man bräuchte überhaupt gar nichts mehr zu tun. Es genügte, sich ein wenig in die Sonne zu legen, Wasser zu trinken, Kohlendioxid aufzunehmen, und alles, aber auch alles, wäre geregelt. Chloroplasten unter der Haut. Es wäre wunderbar!“

(Judith Schalansky, Der Hals der Giraffe)

II. Mein Freund Marcel mag keine Hunde. Kaum einer weiß warum. – 2.Einleitung

Marcel sucht mit. Er liebt Bücher wie ich. Ihm wurden sogar schon Bücher gewidmet. Mir noch nie. Ich bin deswegen aber nicht eifersüchtig. Er schwärmt für Irland, für Wiesen und ein Nilpferd. Seit letzten Herbst auch für Terezia Mora. Die ist kein Nilpferd. Keiner weiß das, aber Nilpferde können sehr eifersüchtig sein. Das ist mittlerweile ausgeräumt. Marcel ist sehr viel poetischer als ich. Ich bin kein Poet, eher vorbeigegangener Philosoph. Doch beide haben wir diese eine Leidenschaft: Bücher.

Wir beide gehen zusammen in den Wald und wollen Trüffel finden. Solange wir suchen, führen Marcel und ich Streitgespräche. Wo die besten Trüffel zu finden sind, zum Beispiel? Unter welchen Bäumen? Wir sind Amateure. Dilettanten. Aber wir lieben sie eben, die Trüffelpirsch. Was soll man machen? Wir sind eben keine ausgebildeten Trüffelhunde.

Wir suchen. Und Marcel macht sich schmutzig. Ich nicht so oft.

I. Mit Ü und Nase – 1.Einleitung

Ich überlege. Ich bin kein Hund. Langsam lese ich. Hunde lesen nicht langsam. Ich habe im Wald noch nie Trüffel gefunden. Kein Hund, den ich kenne, kann das. Aber manche Hunde können das. Schweine auch, glaube ich. Ich liebe Hunde mehr als Schweine. Aber Schweine auch. Ich bin kein Vegetarier. Aber ich liebe dennoch Tiere. Und Bücher. Und Sätze darin. Schöne Sätze. Widerborstig-aufregende Sätze. Gedankenvolle Sätze. Witzige Sätze. Ich stoße darauf in Büchern. Wie ein Hund Trüffel findet, wenn er nur lange genug übt. Ich übe, während ich langsam lese, Trüffel zu finden. Zwischen den Buchdeckeln.

Und leg sie dem hin, der Trüffel mag.

Das war die erste Einleitung. Ich übe noch.