VIII. Gerichte ab Nr.100 oder Neulich gestern beim Asiaten – zweiter Durchhänger

Wir alle hatten Hunger. Manche mehr. Andere waren nicht unser gelegentlicher Begleiter. Also in die wenigen Klamotten und zum Asiaten. Außer Marcel. Der kam so mit. Ein Problem. Kein Problem. Und über der Stadt frittierten die Vögel. Der Asphalt floss in Strömen. Die Badelatschen unseres Model-Nilpferds wären darin ertrunken. Also wechselten wir uns ab beim Tragen. Des ganzen Nilpferds wohlgemerkt. Erst ich, dann waren wir aber auch schon da. Noch immer lagen Decken über den Stühlen. Beim Asiaten gibt es nie Nacktwochen. Marcel blieb nichts anderes übrig und schwitzte noch mehr. Dafür also die Decken. Jetzt wissen wir es. Die Karte kam und war angewachsen seit dem letzten Mal. Es gab jetzt auch Gerichte jenseits der 100. Nein, es gibt keine Spatzen beim Asiaten. Auch nicht jenseits der 100. So wenig wie in Südamerika. Ich sprach es aus. Gelegentlicher Begleiter schmollte und zog Gesicht, dann machte er Grimassen, dann ging’s wieder. Zusammen nahmen wir die 145. Marcel die 23, das übliche Gemüse. Das Nilpferd zweimal dasselbe. Ich nehme die 31. Immer. Und unser gelegentlicher Begleiter die 45. Er würde auch die 59 oder 67 oder 111 nehmen. Aber so weit kann er nicht zählen. Marcel und unser gelegentlicher Begleiter üben das bereits an manchen Wochenenden. Bis spät in der Nacht muss unser Asiate dann offenbleiben. Da kam das Essen. Es war kein Halten mehr. Mit Stäbchen natürlich fuchtelten wir uns vor den Nasen. Und manchmal wirklich verfing sich auch ein Essen darin. Wir sollten auch diesmal nicht verhungern. Am Ende ließen wir noch der Verdauung ihre Zeit und sahen dem Asphalt beim Fließen zu. Und es kamen noch die Glückskekse. Immer extra ein paar mehr. Nur um sicher zu gehen. Keiner klemmte. Auch diesmal nicht. Am Nachbartisch stritt sich ein Paar. Die hatten nur zwei Kekse. Lernen die nichts, diese Paare. Nicht alle von uns können vielleicht zählen, aber das wissen wir. Wir bleiben zusammen, trotz gelegentlichen Wunsches meinerseits nach einer einsamen Insel. Was für eine Bande wir doch sind. Und was für eine Hitze da draußen.

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4 Gedanken zu “VIII. Gerichte ab Nr.100 oder Neulich gestern beim Asiaten – zweiter Durchhänger

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