Weltliteratur (und alles Andere) bei etwas anderem Verlauf der Evolution

„Als das Insekt eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand es sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Gregor Samsa verwandelt.“

Und wenn wir (Un-)Glücklichen der Evolution ehrlich sein können, so sehr viel anders ist es auch nicht gekommen, wir wollen uns ja nicht kleinkariert in Details verlieren, nicht wahr? Abgesehen davon, was nützt einem Weltliteratur, wenn man es noch immer nicht gelernt hat, wie die Kakerlake Atomkriege zu überleben? Wer ist hier wem voraus? Ein schöner Morgen für ein Insekt ist es da, zu einem Menschen herabgestuft zu werden. So fängt der Tag gleich gut an. Da kann das Insekt nur hoffen, dass nicht an einem solchen Tag die Menschen ihre Streitereien nicht mehr in den Griff bekommen, so ein Samsa ist schließlich furchtbar zimperlich und verletzlich.

Schlaf wieder ein, kleiner Krabbler, ist nur ein Traum gewesen. Wenn du wieder aufwachst, hat dich die Evolution wieder auf den richtigen Platz gestellt und deine und Gregor Samsas Geschichte kann wieder wie gehabt Sternchenthema für brave Schüler sein.

 

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25 Gedanken zu “Weltliteratur (und alles Andere) bei etwas anderem Verlauf der Evolution

  1. Ich musste erst einmal meine eigene Rückverwandlung vollends vollziehen (mithilfe einer nicht unerheblichen Menge Kaffee), bevor ich diesen Beitrag in seiner vollen Bedeutung erfassen und würdigen konnte! Ein feiner philosophischer Gedankenausflug – vielen Dank!

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