Die zwei Gesichter des Herrn Hund – Eine Maskerade

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Pfirsichwangen sind mir zu zweideutig. Meine zwei Gesichter sprechen eine klare Sprache, Freude und Leid. In meinem Antlitz, meiner Mimik ist kein Falsch, keine versteckte Lüge. Ich verberge nichts, nur einfache eindimensionale Wahrheiten. Sie sehen mich, Sie kennen mich, Sie können mir vertrauen. Das ist moralische Effizienz. Wenig lebendig, aber verlässlich.

Was Herr Hund an mehrdeutiger Individualität vermittelt ist Theaterschminke und Maske. Die ungeschminkte Wahrheit ist nicht für jedermann verdaulich. Sie erschreckt. Was ist aber wichtiger? Mit Herrn Hund in den Skiurlaub fahren, lange Waldspaziergänge und philosophische Gespräche in der Nacht oder sich auf ihn verlassen können? Dieser Herr Hund, so wie er wirklich und wahrhaftig ist, mag Orientierung sein, nichts weiter, jemand, in dem ein verwirrtes Individuum die Brotkrumenspur aus dem dunklen Wald seiner moralischen Verblendung finden kann.

Oder vielleicht doch ein wenig Mehrdeutigkeit wagen und Leben gewinnen?

Ich gebe zu, ich habe für diesen Beitrag ein wenig gemogelt. Doch hätte ich es nicht, wäre ich dann der Herr Hund gewesen, den jeder kennt? Wäre ich dann

authentisch?

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31 Gedanken zu “Die zwei Gesichter des Herrn Hund – Eine Maskerade

  1. Lieber Herr Hund, haben Sie demnach Ihre Authentizität wieder gefunden?
    Geht auch beides, die Waldspaziergänge, Gespräche u n d das auf ihn verlassen können? Die Orientierung bitte auch, erscheint mir viel, mehr als nur ein nichts weiter.
    Und ja, Leben gewinnen!

    Ist das ein Hund, da auf dem Pullover? Sind Sie das womöglich, dieser Hund? Trägt dieser Mensch tatsächlich ein Bild von Ihnen auf seinem Pulli? Oh, damit hätten Sie sich zu erkennen gegeben…

    • Wie kann ich das mit der Authentizität schon wissen. Lange Zeit habe ich sogar das Wort falsch geschrieben.

      Und psssssst, unter uns, ich bin der Pulloverträger. Sagen Sie es nicht weiter. Es würde einige Illusionen zerstören.

      • Sie sind gar kein Hund????!!! Gar kein richtiger? Oh, muss flüstern… wirklich nicht? Das sind Sie? Und wer ist dann der Hund auf Ihrem Pullover? Und machen Sie sich bezüglich des Schreibens der Authentizität keine Sorge, ist auch ein äußerst schwieriges Wort, das Leben der A. ist leichter als ihr Buchstabieren.

    • Einen Pullunder besitze ich nicht, das Bild ist vom letzten Herbst, der Pullover hatte also eine gewisse Funktionsberechtigung.

      Mir waren bei dem Beitrag auch weniger irgendwelche Textilien, als ein ganz interessanter Gedanke wichtig, den ich sicher noch weiter verfolgen werde; hier war er nur kurz angerissen.

  2. Vielleicht gehts ja gar nicht authentischer und klarer. Sie verwirren mich irgendwie immer, Herr Hund. Jetzt musste ich es Ihnen mal schreiben. Ein Kompliment? Ja, es könnte eines sein. Schöne, noch sonnige und auch schwüle Grüße. Frau Coupar

    • Ich freue mich über das Kompliment. Vielen Dank.
      Dass die Verwirrung Räume schafft, müssen Sie mir, wenn Sie wollen, irgendwann einmal erklären.
      Und wenn die Verwirrung doch überhand nimmt, kurz anklopfen, dann bemühe ich mich um mehr Klarheit.

      • Wenn ich in der Verwirrung erstmal verweile ohne es gleich erklären zu müssen, dann schafft das manchmal Raum für Neues, oder neue Möglichkeiten 🙂 tun sich auf. Ich besitze wirklich keinen Sachverstand was Literatur angeht, aber Ihre Beiträge amüsieren mich und manchmal machen Sie mich neugierig auf den Autor. Schon der Name, Herr Hund. Sie regen mich zum Nachdenken an. Das find ich gut und es hat ein längeres Lesen Ihres Blogs gebraucht, um Ihnen das mal mitteilen zu können. Danke.

      • Es freut mich natürlich, dass die Texte amüsieren können. Die Gedanken dahinter (denn ja, ich hatte welche) , wo immer sie auch hinführen, sind mir aber fast wichtiger und sollte bei allem Lachen, Schmunzeln und Grinsen nicht weniger geschätzt werden.

        Und ja, ich gestehe es, das macht mich bisweilen ein wenig traurig.

      • Und genau das meine ich. Es schwingt noch Anderes mit, das ich nicht gleich bemerkt habe. Ich danke Ihnen und wünsche einen schönen Abend. Ihre Melanie Coupar

  3. Und über allen schon gedachten Gedanken steht dann wieder ein neuer, schon vorhandener Gedanke….Verzeihen Sie mir, Ihre Art sich auszudrücken kommt bei mir interessant, lebendig und gleichzeitig enorm selbstbewußt und arrogant an.
    Merkwürdig!

    • Es gibt nichts zu verzeihen. Den Eindruck kann man auf alle Fälle haben. Aber ich versichere Ihnen, meine Art ist nicht interessant, lebendig, selbstbewusst und arrogant. Sie scheint nur so.

      • Trotzdem gibt es einen verwobenen Stoff zwischen Ihnen und Ihren Austauschschreibern. Mir scheint, Sie pflegen diesen Stoff, damit Sie anonym weiterhin merkwürdig sein können. Verzeihen Sie mir zum Trotze.

      • Und ano- oder synonym in wie auch eigener Art zu sein ist beim Bloggen nicht allgemein übliche Vorgehensweise?
        Natürlich bin ich nicht deckungsgleich mit demjenigen, der in diesem Blog sich zu allem möglichen äußert. Natürlich bin ich auch sonst nie deckungsgleich mit mir selbst.

        Eines kann ich Ihnen aber sagen: ich nehme meine Austauschschreiber so ernst, wie es mir möglich ist.

        Eines meiner Mittel, in einer mir genehmen Sprache zu kommunizieren, ist die Ironie. Und auf diese treffen oft all diese Merkmale zu, die Sie bei mir zu entdecken glaubten. Ich habe Sie alle und keines davon, je nach Lage.

        Ich pflege nicht meine Merkwürdigkeit, ich kann in gewissen Dingen nur einfach keine Kompromisse eingehen. Und diese Kompromisslosigkeit verträgt sich nicht immer sehr gut mit meiner (Vorsicht, großes Wort!) Liebe für die Menschen und das Leben. Ironie hilft da bisweilen.

        Dankbare Grüße und einen Schönen Abend Ihnen
        Ihr Herr Hund.

  4. Ich weiß nicht wie, über andere Blogs und Klicks und Links bin ich nun hier gelandet. Fast wie mit einem Wirbelwind oder durch ein Kaninchenloch. Und doch. Noch runzle ich die Stirn und lese drüber und drunter. Es scheint ganz passend, vom Herrn Kraußkopf weg hier gelandet zu sein.
    Diese Notiz wollte ich als gefühlte Zeitreisende gerne hinterlassen.

    • Ja, der Beitrag hat Spass gemacht. Lang lang ist’s her. In einem der Kommentare wurde die Möglichkeit einer Arroganz ausgesprochen. So etwas merkt man sich (leider zu gut).

      • Und ich werde nie jenen Eintrag von Dir vergessen, als ich zum ersten Mal von Tischer las. Ein Häh von oben bis unten (mit einigen Wiederholungen – ja, ich war eine Lusche). Lang, lang ist’s her. Wollte ich aber erwähnen.
        Ja, manches geht unglaublich tief.
        Ich habe die Bilder damals schon sehr gemocht. Und die Frage ist nach wie vor bedenkenswert.

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