Am Ende meiner Inspiration Putzeimer

Irgendwann ist Fahnenstange. Phantasie hat auch ihre Grenzen. Das akzeptiere ich. Nicht immer einfach. Ist es ja nie. Erstmal aber lebbar.

Und wenn mir die Gedanken ausgehen, ich nicht schummeln will, vom Schreiben aber nicht lassen kann, ist ein wenig Panik im Bereich des Möglichen. Dann habe ich ein Mittel.

Ich denke an Putzeimer, denke an das Ding, das am Ende der Inspirationskette steht, über das keiner ein Wort verlieren möchte. Von Putzeimer aus arbeite ich mich wieder nach vorn und oben.

Benutzt und abgestellt immer wieder, Putzeimer. Verkeimtes Dasein, meist zusammen mit Putzlappen, in einer Abstellkammer, unter dem Waschbecken oder im Keller.

Irgendwo manchmal ist etwas Staub oder Verschüttetes, sind Flecken. Dann ist Putzeimer gut. Wird hervorgeholt zumeist mit Putzlappen zusammen. Am Ende dunkles Wasser,  Am Grund Bodensatz von noch ein wenig Schmutz. Und wieder abgestellt.

Ist nicht wie Liebe ein höheres Ding zum Denken. Ist Putzeimer, Plastik, Metall oder so. Der Henkel irgendwann auch kaputt. Putzeimer bleibt erstmal. Putzlappen ist schneller fort.

Mir fällt nicht allzu viel ein zu Putzeimer, aber ich weiß, dass er da ist. Müsste ihn suchen, um ihn zu zeigen. Wahrscheinlich im Bad unter dem Waschbecken. Putzeimer.

Ist nicht wie Liebe. Ist nicht irgendwie Philosophie. Ist nur da. Putzeimer. Nicht originell, ich weiß. Doch ich kann daran denken. Vielleicht verschütte ich auch was. mutwillig.

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Jetzt ist er da, ist Text und damit mehr als nur Putzeimer.

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23 Gedanken zu “Am Ende meiner Inspiration Putzeimer

  1. Ende vom Flow? Hat jemand dem Putzeimer das Wasser abgedreht? Denk ich nicht. Denke aber, dass dies hier wieder mal sehr schön gesagt und gedacht ist. Schön unaufgeregt, obwohl es sicher nicht ganz ohne geht. Wenn die Worte einem ausgehen, soll man mitgehen oder ausruhen. Apropos Ruhe – hat doch auch was. Wird schon wieder kommen, die Inspiration, die Worte. Ganz sicher. Morgen gibts ja vielleicht schon einen Weltmeister-Text. 🙂

  2. In meinem Putzeimer, übrigends auch ein roter, wohnt ein Schwamm. Ein Zweiseitenschwamm. Er hat eine rauhe Seite, eine die murrt und mosert beim Putzen. Grollt über den Dreck und die Drecksarbeit, die ihm überlassen wird, wenn er aus seinem Eimerzuhause gezerrt wird. Seine zweite Seite hingegen ist eine sanfte, eine der aufnehmenden Art. Als breite sie weit die Arme aus, heißt sie alles Brackwasser herzlich willkommen. Egal, ob Stinketunke oder verschütteter Champagner, alles wird gleich aufgesogen. Nun zu meinem Dilemma: Es ist nur allzuschwammbenutzermenschlich, eine Seite mehr zu mögen. Doch befeuere ich damit nicht die Murrigkeit der anderen?! Wäre es besser, den Schwamm gar nicht mehr zu benutzen, ihn in seinem Roterputzeimerzuhause zu belassen? Den Dreck, Dreck sein zu lassen gar? Wie schnell wird man dann zu Messie…oh, Pardöngsche, andere Baustelle…

  3. Er wird rot, ganz bestimmt, ich glaube fest, dass er vorher nur zartrosa war, und nun ein solch erfreutes rot. Herr Hund, bei Ihnen haben es auch die Eimer gut.

  4. Oh, das ist heute schon der dritte gelungene Post den ich lese.
    Das Worsetzen,so wie sie es beherrschen, lässt Leselust aufkommen.Was, um Himmels Willen,soll ich tun,wenn Sie inspiriert sind?

  5. was täten wir bloß ohne die geliebten Putz- und Mülleimer?!
    Wir würden in unserem eigenen Mief ersticken oder in unseren eigenen, vollgeschriebenen Papierseiten…

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