Wie lerne ich zu schreiben wie Herr Hund? Lektion 4: Timing

Entschuldigen Sie, wenn Sie warten mussten, ich war mir meine eigene Fanmeile und steckte bis gerade im Autokorso fest. Mir sind die Ohren vom Dauerhupen noch ganz taub. Wenn, dann sollten Sie ein wenig lauter reden und preisen.

Wurden Sie langsam ungeduldig und wollten schon gehen? Das wäre falsch gewesen und übereilt. Denn Warten gehört dazu. Mit Warten fängt Kunst an. Mit dem Gefühl für den rechten Zeitpunkt.

Nein, heute und jetzt muss diese Lektion sein. Zu früh noch vor zwei Wochen. Doch morgen vielleicht zu spät für manchen. Die Meisten sind jetzt soweit, nicht alle. Für die Verständigen wollen wir heute die Frage beantworten, wann ist richtig, wann hat ein Wort die richtige Zeit? Und wie lange soll es klingen, bevor es verklingt? Denn auch das Verschwinden und Verstummen hat seine Zeit.

Gedanken, die richtigen, haben ihre Zeit. Das sage ich Ihnen jetzt, hätte es aber bereits vor Stunden sagen können, als ich es bereits dachte. Viel näher am Epizentrum meines Genius‘ wären Sie gewesen, diese Gedanken von mir viel klarer vor Augen und Geist. Ein wenig davon können die Talentiertesten unter Ihnen wahrscheinlich jetzt noch verstehen. Diese möchte ich bitten, den Mitschülern, die nicht so fix sind, ein wenig behilflich zu sein.

Trotzdem, die Worte, die ich an Sie richte, haben an Gedankenfülle leider verloren. Das Beste an mir ist das Unausgesprochene und Sprache nur ein kümmerliches Vehikel. So gesehen bin ich mit dem, was ich Ihnen zu sagen hätte, in der Tat zu spät. Sie werden damit auskommen müssen. „Nicht mehr frisch, aber lecker.“, möchte ich Ihnen in Anspielung auf einen Werbespruch einer Bäckerei entgegnen. Der übrig gebliebene Nährwert meiner Äußerungen hat Ihnen zu reichen.

Wir waren zuletzt bei Als Pete…. und hatten dann die sehr wichtigen Leerstellen zum Thema. Ich habe übrigens von einigen recht schöne und gelungene Leerstellen erhalten. Den Anderen sei gesagt, dass eine Leerstelle nicht bedeutet, mit dem Denken aufzuhören. Sie müssen bei Leerstellen an elektrische Spannungen denken, kurz vor der Entladung, nicht an Vakuum und Ratlosigkeit.

Jetzt würden Sie erwarten, dass Als Pete…. fortgeschrieben werden wird. Falsch, ganz falsch. Für das wichtige dritte Wort fehlt bislang der angemessene Gedanke. Wir wollen keine Worthülsen produzieren. Wir haben etwas zu sagen. Unsere Worte sollen Bestand haben, nachhaltig sein. Mit dem falschen dritten Wort, ohne dass ein Gedanke darin verborgen wäre, würden wir alles ruinieren.

Warten, Geduld haben. Den Geist öffnen und locken. Es kommt der Gedanke und mit ihm das passende Wort. Und erst dann gehen Sie mit und beginnen zu schreiben. Sie wollen Weltmeister-Texte schreiben und nicht bereits mit leeren Phrasen in der Vorrunde ausscheiden. Da heißt es üben, üben, üben…..in Geduld.

Bis nächste Woche, meine Herrschaften. Ich muss jetzt zurück zu meiner Fanmeile. Es gibt noch so viel an mir zu feiern. Wir sehen uns nächste Woche.

Ihnen kann ich nur noch mit auf den Weg geben: hängen Sie Ihren Gedanken nicht nach, gehen Sie mit und kommen Sie um Gottes Willen auch irgendwo an, am besten bei dem richtigen Wort!

Und lassen Sie bis dahin und auch sonst nie diese meine Worte verklingen. Richten Sie Ihre Gedanken daran aus. Sie werden nicht fehl gehen.

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25 Gedanken zu “Wie lerne ich zu schreiben wie Herr Hund? Lektion 4: Timing

  1. *kicher* Das ist eine sehr amüsante Form des Wartens,die Ihre folgsamen Schüler da betreiben. Olé – oléoléolééé!!

  2. Geduld? Bis nächste Woche? Bis dahin fängt der schöne Karpfen doch das Stinken an! Und die Fähnchen sind schon wieder eingemottet, kann also nicht mitoleoleen. Den Geist öffnen… ich hab nur Williams Christ und das ist mir echt zu früh am Tag. Herr Hund! So geht das nicht!

    • Ich weiß, das ist eine der härteren Lektionen, die man lernen muss.
      Vielleicht machen Sie kleinere Schritte, übertreiben es nicht und beginnen mit einem Eierlikör zum Beispiel.

      • Im Eierlikör ist doch kein Geist zu finden, mein werter Herr Hund. Außerdem habe ich keine Waffelbecher hier. Und Eierlikör geht nienicht aus dem Glase. Und der Nährwert eines Eierlikörs, ich bitte Sie, der wird doch dem Ihrer Gedanken doch nun so gar nicht gerecht. Mannmann-, ähem, hundhundhundmurmelnde Grüße.

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