Schöpfer Frankenstein Hund

Mein erster Versuch ging, wie bekannt, fehl. Er scheiterte an der Ungeduld meines Protagonisten. Für meinen nächsten Anlauf wollte ich mich nicht mehr auf Helden mit eigenem Willen verlassen. Also erschuf ich mein eigenes Geschöpf und gab ihm all die Eigenschaften, die ich für meine nächste Geschichte, eine Mischung aus Horrorgeschichte und Psychothriller, als notwendig erachtete. Dieses Geschöpf sollte nach meinen Anweisungen handeln und keinen eigenen freien Willen besitzen. Tatsächlich gelang es mir, aus alten Versatzstücken bekannter Monster und Psychopathen ein Wesen zu erschaffen, das mir in seiner Grausamkeit und Bestialität für die Geschichte, wie sie mir vorschwebte, mehr als geeignet erschien. Und so beeindruckt ich von dem schauerlichen Ergebnis war, so furchtbar ernüchternd war es, jetzt auch diesen Versuch als gescheitert ansehen zu müssen. Dieses menschenfressende, hautabschälende, blutkochende, knochenbrechende und -zermalmende, dieses unbarmherzige, rücksichtlose, abgrundtief böse, dieses alles niedermetzelnde Wesen, dieser Metzger und Schlächter, dieser Teufel, dieser Bundy, Chapman und Manson, dieses Konglomerat aus allem, was an menschlicher Abscheulich- und Grausamkeit sich denken lässt, dieses mein Wesen, hatte von irgendwoher doch einen eigenen Willen und ist mir sorry!tutmirleid!kannjamalpassieren! irgendwie entschlüpft und läuft jetzt also frei herum. Ich habe wirklich alle Schubladen und Schränke durchwühlt, konnte ihn aber nicht finden. Unter dem Bett war er auch nicht. Nirgendwo in meiner kleinen Zwei-Zimmerwohnung. Ich habe sogar bei den Nachbarn geklingelt. Nein, Fehlanzeige. Er ist weg. Hat nicht einmal seinen Nintendo mitgenommen oder sein Lielingsschmusetuch. Sein Abendessen hat er auch nicht angerührt. Ist also hungrig.

Deshalb an alle Herren und besonders die Damen:
Türen und Fenster geschlossen halten!
Nur in 10er-Begleitung das Haus verlassen!
Nicht von Zwei Meter hohem Wesen mit blutunterlaufenen Augen, Schaum vor dem Mund (gewisse Ähnlichkeit mit R. Beckmann ist durchaus beabsichtigt) und mit wahlweise Kettensäge oder Machete ansprechen lassen!
Und seien Sie zurück bevor es dunkel wird!

Ich denke, das wird schon irgendwie gut enden. Möglicherweise. Ohne ein paar Leichen wird es wohl nicht ausgehen, glaub ich. Die waren dann halt nicht vorsichtig genug, nicht wahr? Ist ja kein Ponyhof so ein Monster.

Ich fühle mich jedenfalls deswegen ein wenig verantwortlich, kann aber gerade nichts machen, weil ich auch morgen in Urlaub fahre. Tansania soll bekanntlich nicht ausliefern. Und wenn ich in, sagen wir, zwei- oder drei Jahren wieder zurückkomme, bin ich sicher, den ein oder anderen von Ihnen wiederzutreffen. Er ist ja nur einer. Und Sie sind so viele. Und alle in der Blüte ihres Lebens.

Wäre echt eine Schande.

Kleiner Tipp noch: er mag Himbeereis. Stellt ihn ruhig, solange welches da ist. Würde also raten, immer welches dabei zu haben. Ciao. Bis dann.
ihr Herr Frankenstein Hund

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23 Gedanken zu “Schöpfer Frankenstein Hund

  1. Mann nehme griechischen Joghurt(250g),Himbeeren(250g),Puderzuckert (25g),1 Prise Zitronensäure
    Die frisch gepflückten,noch sonnenwarmen Himbeeren zerdrücken und etwas Zitronensäure dazugeben.Den Joghurt mit dem Puderzucker vermengen und alles zu einem duftenden,verlockenden in sommerlichem Himbeerrosa schimmernden Brei vermischen.In kleine Förmchen(gibt’s aus Silikon zur Eigenherstellung von Pralinen) füllen und ein Stäbchen (Zahnstocher)in die Mitte stecken,Einfrieren.
    Kein Eis,keine Praline ist köstlicher.

  2. und so etwas liest man am morgen auf der terrasse…
    aber bei uns im dorf gibt es auch einen kettensägenmenschen. könnte sich fürs show-down eignen.
    ich hol dann also mal kaffee und lehn mich zurück.

  3. Tschuldigung, ich habe mir die Zeit gerade nicht genommen, um den Text zu lesen, deswegen offtopic: Herr Hund, ich habe hier so ein Schoßhündchen an der Backe kleben, ganz schmusig und total puschelig. Verrückt nach Malzbonbon, macht sogar Männchen dafür. Keine Ahnung,wo der her ist. In meiner Not, ich würde ihn gern behalten, meine Frage an Sie als Experte: Darf ich das?

    • Allerliebste Frau Knobloch,wir schrieben zeitgleich,es freut mich,dass Sie es waren ,die es zähmen konnten! Bestlieb gegrüßt Mensch Päddra

      • Es zähmen? Waswie? Muß ich doch den Text lesen? Moment………… Ohjeymitmineh, Sie meinen, mein Bundychen, wie ich es liebevoll nenne, das Hundfrankensteinmonster? Ist der noch zu retten, der Herr Hund?! Sie sehen mich angemessen empört…

  4. ..Guten Morgen! Ich fürchte ,Ihr Monster,so grauenvoll es auch sein mag, ist nicht das einzige dieser Art.Erst gestern sah ich eins – leere Augenhöhlen,- schepperndes Lachen,- gruselige Hüpfer zwischen den schlurfenden Schritten….(ein wenig erinnerte es mich tatsächlich an Dr.Jeykle,kann aber auch Mr.Hyde gewesen sein,bin nicht ganz sicher.) Jedoch! – Man kann sie zähmen! Sich ihnen tapfer und ängstlich(funktioniert wunderbar gleichzeitig!)entgegenzustellen irritiert sie.Und wenn man Ihnen kreisend den Bauch krault,so um den Nabel herum,dann stoßen sie kleine Laute des Wohlbehagens aus.Ich glaube es kommt ihnen auf die Akzeptanz an.Versteh die mal einer!!! Tsss.
    Liebe Grüße,auch in die Runde.M.Päddra

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