Herr Hunds Höhlen- und Mützengleichnis

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Nennt mich platonisch. Ich bin es nicht. Überhaupt nicht. Ich bewohne eine Höhle. Und besitze mehrere Mützen, die mir die Ideen warmhalten. In meiner Höhle gibt es Schatten.  Und manchmal ist es ziemlich kalt. Vor Schatten habe ich keine Angst. Kälte ist ganz etwas Anderes: ich hatte dieses Jahr bereits den dritten Schnupfen. Den größten Schatten in der Höhle wirft ein Hund mit Mütze. Mancher könnte sagen, Hund und Schatten von Hund sehen mir ähnlich. Ist aber nur einer da. Der will das nicht bestätigen. Die anderen Schatten in der Höhle sehen sich vor. Der Schatten, den mancher für meinen halten könnte, zieht schneller, wenn’s sein muss.

In der Höhle brennt ein Licht, mein eigenes, das tropft und versaut mir den Kittel. Nicht schlimm, Nebenwirkungen, mit denen ich leben kann. Meine Mützen sind vom Wachs nicht betroffen. Die trage ich auf dem Kopf. das Licht ist darunter und die Nebenwirkungen betreffen noch Tieferes. Eine Sonnenbrille trage ich nicht, obwohl ich der Typ dafür wäre. Das Licht ist keine helle Sonne. Eine Sonnenbrille wäre overdressed. Was hinter mir ist? Ich vertraue darauf, nichts Wichtiges. Ich achte auf das Licht, die Flamme, ein wenig auf die Schatten. Außerdem: ich hab es ein wenig mit dem Hals. Plötzliche Bewegungen wären schmerzhaft.

Natürlich, ich gehe auch hinaus. Bei gutem Wetter wie bei schlechtem. Und nein, dafür muss die Sonne nicht scheinen. Eine Mütze ist allerdings immer dabei. Es ist die gute. Aber kein Licht darunter. Eine Sonnenbrille müsste ich mir erst noch kaufen.

Und stelle fest, draußen ist mehr Höhle als drinnen. Die Schatten sind größer, manche größer als ich. Doch schneller ziehen kann auch keiner von ihnen.

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12 Gedanken zu “Herr Hunds Höhlen- und Mützengleichnis

    • Nun, mir auch, doch sehe ich die Möglichkeit, Sie könnten mich für weniger liebevoll gegenüber meinen Mützen (tatsächlich nur eine) halten, da ich sie nach dem Absetzen zumeist nur einfach knülle und in irgendeine Ecke, die gerade da ist, schmeiße. Sie sind eine Mützenfalterin, ich ein -knüller und -schmeißer, doch die Welt ist groß genug für jeden von uns.

  1. Ein Mützenfreund ❤ Mir doppelt sympathisch, mit und ohne Schatten. Die Häkelnadeln liegen schon bereit. Einmal Maß ich häkel eine mit für ihn 🙂
    Herzliche Grüße.
    Ihre Frau Ahnungslos (beim ersten Kaffee)

  2. Eine gute Höhle braucht mindestens eine gute Mütze. Sieben sind besser.
    Man will ja nicht schlecht aussehen.
    Und noch was fällt mir ein.
    Gute Gedanken brauchen Wärme.

  3. Lieber Herr Mützenschattenwerferhund! Das ist ein Klasse Text! Danke. Solange ihr Schatten kein Eigenleben entwickelt ist alles gut.Oder umgekehrt.So genau weiss das keiner.Ich wünsche Ihnen einen braven Gleichgewichtssinn. Freundliche Grüße, Mensch Päddra

  4. So eine Höhle braucht der Mensch .Der Hund hat ja sein Hüttchen.
    Sie dafür ein Hütchen, damit sich nicht verkühlt das Mütchen.
    In meiner Höhle trage ich nur Sonne hut, die Pflanzen denken dann es ist Sommer.

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