Grau in Blau zur Ruhe

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Ruhige See. Ein unverstellter Blick bis zum Horizont. Es ist nicht der wärmste Tag. Die entsprechende Kleidung  korrespondiert farblich  prächtig mit der Umgebung. Der Fellohrmützenträger schaut und schweigt. Die Wolken am Himmel trüben nichts. Den Blick nicht, die Gedanken nicht. Tatsächlich wird so wenig wie selten gedacht unter der Mütze, dass sich nicht viel trüben könnte. Wind sorgt für ein wenig Bewegung. Sonst ist Ruhe.

Doch irgendwann wird selbst bloße Kontemplation zu einer Geduldsprobe für den Träger der Mütze, der darin nur Novize ist. Was wie ein ganzer Tag erscheint, ist nur eine Momentaufnahme. Eine plötzliche Unruhe erfasst ihn. An der See kann es nicht liegen. Ebenso ist kein Schiff zu sehen. Es ist nicht Sehnsucht, die sich einstellt. Und nein, auch kein Hunger. Kurz zuvor hatte der Träger der Mütze ein Fischbrötchen. Oder zwei.

Nein, es setzt das Denken wieder ein. Diesen Moment, man müsste ihn festhalten. Nur weiß der Träger der Mütze im grauen Pullover nicht, kommt nicht drauf, was es ist in diesem Moment, was festzuhalten wäre. Da ist nichts, nur die ruhige See und der unverstellte Blick bis zum Horizont. Was da ist, ein paar Quallen. Die sind nicht bedrohlich. Und Möwen.

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Die kann man vertreiben.

Aber nicht einfach die Gedanken, wenn sie sich einmal in die Ruhe schieben.

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35 Gedanken zu “Grau in Blau zur Ruhe

  1. Bin sehr erfreut, Herr Hund. Das Wochenende ist gerettet dank eines fein komponierten, sehnsuchtsvollen Fellohrmützenbildes.
    Da ist mir der begleitende Text (fast) egal. 😉

  2. Es schaut aus, als wenn der Mann im grauen Pullover tanzt …
    Das würde mir irgendwie gefallen: Die Gedanken schleichen sich bei ihm ein und dann fängt er an zu tanzen und vielleicht tanzt er sich den Kopf wieder frei …

  3. Ja, herrlich … So ausgelassen und fröhlich. Lachen kann ja auch sehr befreiend sein.
    Hach, ich giess mir jetzt ein Glas Wein ein und dann schaue ich es mir zum dritten Mal an …

  4. Genau.Denken Sie jetzt bitte NICHT an einen rosa Elefanten.Lieber Herr Fellmützenträgerhund,ich wünsche Ihnen viele flirrende,bunte,träge,warme,lustige Gedanken,die Sie voranbringen! (Wenn MEIN Blick in die Weite schaut,noch dazu am Meer,bemächtigt sich meiner Gedanken ein absolut wohltuendes Nichts,das reinigt den Geist und macht angenehm leer.Natürlich nur solange bis der rosa Elefant trötet.) Liebe Grüße, Mensch Päddra

  5. *kicher*.Das ist wieder lustig hier.Das mag ich so!! Ich habe an alle verehrten Blogbetreiber und Kommentatoren eine kleine bescheidene Frage – Kennt ihr euch eigentlich alle? Hier und auf den anderen Blogs(die ich alle sehr schätze,und mit großer Freude verfolge),klingt immer wieder besonders durch…eine große Empathie und eine herzerwärmende Fürsorge füreinander.Das ist……(ohne Worte).Danke.Beste Grüße,Mensch Päddra,bekennende Blogverschlingerin

  6. Die Ruhe und die treibenden Gedanken (wie Quallen auf dem Meer) sind in Ihrem Text so greifbar wie das Blau des Meeres und der unverstellte Blick auf den Horizont. Die frechen Möwen im Breitbandformat panoramavernebelnd versammeln sich in einem Schwarm um die Krümel eines Fischbrötchens.
    Ich spüre Sand im Wind , er knirscht beim Lächeln ein wenig zwischen den Zähnen.
    Ein Text wie eine kleine Weile der Meeresfrische.

    Sonntagsgrüße
    von der
    Karfunkelfee

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