Das ist der Dose Keks.

Mit zu großen Erwartungen bin ich gestern zu einer besonderen Ausstellung gegangen. Alles hinter Glas, das meiste Blech. Und überhaupt keine greifbaren Inhalte. Kunst statt Kekse. Ist das die Erkenntnis, dass sich die Inhalte mit der Zeit verflüchtigen bzw. verkrümeln und nurmehr die Verpackung (wenn auch teilweise schön gestaltet und verziert) bleibt, die leere Form? Kulturverschmutzung nenne ich das, Pah. Und mein Appetit wurde nicht befriedigt. Stattdessen kann ich anhand der ausgestellten Objekte nachvollziehen, wie sich Kunst zur Marke (zu ihrer Nachgeburt) wandelt.

Wenn etwas keinen Inhalt hat, ist es möglicherweise Werbung,

DSCF5609 Das sagte ich jetzt als Jemand, dem Kekse immer über Kunst gehen werden. Für Kunst gibt es bessere Kenner, weshalb ich mich davor hüte, mich weiter darüber auszulassen. Ich setze mich am Besten gleich selber in den Verdacht, ungerecht zu sein und kann deshalb nur jedem den Rat geben: niemals mit leerem Magen eine Kunstausstellung zu besuchen; es sind ganz eigene Ansichten, die sich dabei einstellen.

Und jetzt doch noch von meiner Seite ein wenig Werbung, mit gar keinen Worten, sondern nur dem Link:
http://www.broehan-museum.de/infoseiten/a_bahlsen.html

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47 Gedanken zu “Das ist der Dose Keks.

  1. Lieber Herr Hund. Wie wäre es mit „Biscuit Can Tap Dancing“ wie im wunderschönen Film „Funny Bones“? In dem übrigens auch ein liebenswürdiger Hund namnes „Tea“ mitspielt. lg_jochen
    P.S.: Sie streifen also auch durch Berlin, interessant, interessant.

    • Den Film kenne ich. Noch damals im Kino gesehen. Glaube, der war ausgesprochen lustig und ganz nach meinem Geschmack. Schande, aber an einen Hund erinnere ich mich nicht mehr.
      zum P.S. Täglich sogar.

      • Ganz am Anfang, als der Held auf dem Turm am Strand von Blackpool hockt, nicht runter will und immer nur „Ich will Tee!“ ruft. Er möchte aber gar nichts trinken, was niemand bemerkt, sondern nur seinen Hund, der nämlich „Tee“ (im Original „Tea“) heißt.

  2. Kunst statt Keks.
    Da höre ich doch glatt zu lesen auf.
    Das ist wie, wie…
    Fön statt Cabrio.
    Abziehbild statt Tattoo.
    Nein.
    Eher wie…
    Biberach statt Baum.
    Wurzelzwerg statt Wasser.

    • Ganz so radikal schlimm war es ja nicht. Essayistische Übertreibung oder Halbherzigkeit, wie man es nehmen will. Eines stimmt aber unbedingt: Kunst auf nüchternen Magen. Geht nicht. da denk ich doch, Kunst geht nur wenn satt und wir wären bei Brecht und also Kunst, die fette, wäre eine bourgeoise und daher reaktionäre Sache, also igitt.
      Aber ist ja nur Hund, nicht Brecht, und der kann so ziemlich gar nichts richtig, wenn’s knurrt.

  3. „Wenn etwas keinen Inhalt hat, ist es möglicherweise Werbung“. Das muss ich mir merken, da ich doch in diesem Bereich meine Brötchen verdiene (die auch immer luftiger werden, wenn ich drüber nachdenke…zumindest die essbaren). In Sachen Inhalt bin ich hier vor Ort gut situiert: Sie würden den Leibniz/Bahlsen-Outlet Store hier um die Ecke als Schlaraffenland bezeichnen, deucht mir. 🙂

    • Habe eine lokale Quelle, die ich regelmäßig anzapfen kann, wenn der Keks-Hunger sich einstellt.
      (Was meine Schreibe angeht, habe ich die kleine Hoffnung, niemals nicht darauf festgenagelt zu werden. Wahrheit ist vielflächig und liebt die Maskerade. was weiß ich schon?)

      • Niemand jemals würde SIE auf Ihre Schreibe festnageln. Sie sind Herr Hund, und als dieser ein Unikat. Keine leere Verpackung, die man an die Wand festnagelt. Manchmal ist Kunst auch sein eigener Gegensatz. Fröhliches Vielseitigsein heut wünscht Ihnen Herr Mo.

    • Kein Sorry nötig. Ist doch so, wäre es eine gänzlich geschlossene Kette, ohne ein rechts oder links hinaus, und am Ende stünde ich, Herr Hund alias das Krümelmonster, dann würde ich doch sicherlich eines machen, nämlich diesen Ihren Kommentar aufmampfen.
      Mach ich aber nicht……….noch nicht!

  4. manchmal ist die dose die kunst & ein andermal das keks selbst.
    so wandelt sich das eine in das andere.
    zuweilen liegt nur die zeit dazwischen.

      • Und wenn ich anfügen darf: ich gehe gerne mit leerem Magen in Ausstellung. Zwei wesentliche Gründe. Ich bleibe hungrig auf die Kunst und sollte sie meine Synapsen nicht erreichen habe ich guten Grund zu gehen und den Hunger oral zu stillen.

      • wobei in großen Museen du zum Kunstkenner werden kannst und ich einen Grund hätte die Ausstellung zu verlassen. Ins Museum eigene Orallabor.

      • Meinst, das war der Grund, warum ich immer so gerne ins Deutsche Museum wollte, nicht die vielen Knöpfe, die man drücken konnte, sondern die vielen Möglichkeiten, einen kleinen Snack zu sich zu nehmen?

        Aber nein, ich mag die kleinen wie die großen. Was mich bisweilen auslaugt, ist die oftmals entweder lieblose oder schulmeisterliche Präsentation. Und dass man nicht wiederkommen kann. Einmal draußen kommst nimmer rein an dem Tag, außer du kaufst dir eine neue Karte.

      • Ja
        Da liegt noch viel unerschöpfliches potenzial Dinge neu zu stellen.
        Mehr Sinnlichkeit und mehr Lebendigkeit würde gut tun.
        Von Service und Freundlichkeit an den Besucher will ich nicht reden.

  5. Herr Hund, du bist schon ein besonderer Scherzkeks und mehr als das! (Ich habe das du aufgehoben, siehst du, zwischen Krümeln und Kunst und reizarmen Räumen ließ es sich finden.)

      • Ja, das scheint durch, deshalb schrieb ich auch besonderer Scherzkeks (kein einfacher, oh nein) und „mehr als das“! Lies mal in diesem „mehr als das“, da meine ich genau das, das Tiefsinnige, gedanklich Weite, Geistige, Philosophische. Kannst du es rauslesen?

      • Ja, hab ich ja rausgelesen. Ich höre es nur so gern, wenn das erwähnt wird. Meine Schwäche für Schmeicheleien ist fast so groß wie die für Kekse.

        Ist das sehr schlimm?

      • Nein, sehr liebenswert 🙂 Das Gute ist, die Kekse können ausgehen, die Worte nicht… und keine Sorge, sie lassen sich immer wieder neu backen, die Kekse…

      • Was, Kekse können ausgehen? Als nächstes sagst Du mir noch, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt.

        Kekse können ausgehen……das muss ich erstmal verkraften….ich geh mal eben für eine Weile schniefen.

      • Du musst nun ganz tapfer sein, es gibt ihn tatsächlich nicht den Weihnachtsmann, dafür das Christkind und die Kekse, die backe ich neu, wenn sie denn ausgehen. Du siehst, das Leben meint es doch gut!

    • Das kann ich nicht beurteilen, da Kekse bei mir nie ein sehr hohes Alter erreichen.
      Doch warum nicht, außer dass ich mir vorstellen kann, dass man im Gegensatz zu den Keksen für alten Wein keine guten Zähne braucht.

  6. Gott.. ganz oben waren wirklich noch geistreiche Wörter am Start. Ehrlich. Jetzt nach all dem Krümel und Keks bin ich leider schon wieder weg, denn sind doch glatt noch welche in der Küche. Die fallen mir eh einfacher zu essen, als mich mit der Kunst auseinander zu setzten. Bin da wohl zu einfach gestrickt. Gefällt oder gefällt nicht ist immer die Devise….
    Eine wundervolle Nacht, Ihre Mia mit Kokosmakrone in der Linken jetzt.

    • Ein Pullover, einfach gestrickt, wärmt mehr, als es ein kompliziert geklöppelter Topfuntersetzer es jemals tun könnte.
      Doch davon abgesehen, immer dieses „licht unter den Scheffel stellen“, nur weil was, die Fachtermini fehlen, die Epochenzuordnung? Mir ist freie Ausgestaltung der Phantasie eh lieber. Und die haben Sie vermutlich, schließe ich aus Ihren Beiträgen. Papperlapapp also.
      Freundlichst
      Ihr Herr Hund

      • Was für ein schöner Satz. Den muss ich mir hier irgendwo hintackern. Danke für ihn. Eigentlich für alle. Kann ich doch alles bejahren und fleißig nicken.
        Nochmals danke mit Lächeln.

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