Wie glücklich. Pech gehabt.

Zu schnell. Ich selbst. Die Unruhe. Das Fortreißen.

Für mich ein Held und glücklich, auch wenn, worauf es ankam, immer wieder verpasst wurde. Das Leben lenkte immer wieder ab. Konzentration und geduldige Kontemplation nur unter Laborbedingungen. Dass der Tropfen fällt, ist das eine. Das Warten darauf und Beharren dabei das andere. Und darin die Erfüllung finden.

Wie langsam alles dabei vonstatten ging. Welche Zähigkeit der Stoff, das Pech, bewies. Zwei Zeiten, das Sehr Langsame hier, das Leben dort. Mainstone starb irgendwann, verpasste alle Tropfen die fielen, fünf an der Zahl. Dennoch ein erfülltes Leben, von Pech, dabei glücklich. In der (fast) ständigen Beobachtung des Langsamen.

Und ich sitze an einem Fenster, schaue hinaus. Meine Gedanken schweifen: Sorgen, Sehnsüchte und ein Zählen. Gehe hinaus, sehe vom Wind bewegte Bäume und bin selbst doch mehr bewegt. Dann beim Lesen, von vielen Gedanken oft ein einziger, der von woanders her mich zieht.

Wäre ich lieber die Geduld oder das zähe Pech?

Das Pech ist bei allem doch unbelebt. Nur Physik, nicht Leben. Also lieber die Geduld und Konzentration.

Auf das, was mich erfüllt. Auch wenn ich es verpasse, ab und zu.

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12 Gedanken zu “Wie glücklich. Pech gehabt.

  1. Manchmal bin ich dankbar, dass ich nicht jedes Experiment verstehen muss.
    Sicher, es mag spannend sein, etwas zuzuschauen, dass sich extrem langsam vollzieht.
    Ich praktiziere das vollkommen unspektakulär, seit Jahren. Bei mir ist es ein Berg und ich schau ihm zu, wie er langsam auf mich zurutscht. Ich muss allerdings ebenfalls gestehen, dass ich Stunde um Stunde die Bewegung verpasst habe.
    Ich weine nur leise, ob dieses Dramas, in mich hinein.

    • Ich verstehe ebenso nicht das Experiment, nicht seinen Wert und dass man sein (ganzes) Leben darin investieren kann, aber ich bewundere die fokussierte Hingabe, da ich selber so voller Zerstreuung bin.

      Das Objekt meiner Hingabe wäre/ist allerdings sicher ein anderes.

  2. Ich kann nur sagen, dass mich dein Objekt der Hingabe mehr beeindruckt, als so mancher Krimi. Nein, Ohren müssen nicht geschützt werden, Augen nicht zugekniffen, aber ein Bauchzwicken ist zu spüren.
    Ich beteilige mich mit 80% geduldig, 20% aufgeregt.
    Vielleicht auch umgekehrt.

    (Muss der letzte Satz wirklich sein? Hier? Heute?)

    • (Nein, muss er nicht. In Bezug auf das, was sein könnte, bin ich ganz optimistisch. Kannst mir das glauben. In Bezug auf das, was bereits verpasst wurde, kann ich nur sagen, ja, ab und zu, tatsächlich verpasst, ab und zu aber einfach nur die Hingabe vermissen lassen.
      Frage: können wir immer sicher sein, dass Hingabe, Leidenschaft und Interesse sich immer decken?
      Sind doch nur Überlegungen, nichts weiter)

  3. Dieser Satz:

    ‚Auf das, was mich erfüllt.
    Auch wenn ich es verpasse ab und zu.‘

    Ja.
    Wenn das die Quintessenz der vorangegangenen Worte ist, hat die Geduld steter Trophen den Stein lichtdurchlässig gehöhlt.

    Unter Laborbedingungen entstand ein wissenschaftliches Zeitexempel und Physik ist relativ.

    Oh…

    😎

    • So in etwa kommt das hin. Über ganz vernünftige Gründe für so ein Experiment will ich mich gar nicht auslassen.
      Mir gefällt die stille, hingebungsvolle Leidenschaft dabei.
      Wie mir leidenschaftliche Menschen gefallen, sofern sie sich nichts damit vormachen.

      Für mich die eine Sache. Und keinem anderen aufgedrängt. Beharrlich verfolgt. Aufgehend, gewinnend den eigenen Sinn.

      Mehr ist nicht.

      • ‚Stille hingebungsvolle Leidenschaft.‘
        Ich weiß, ich zitiere Sie schon wieder.
        Es ist aber auch einfach zu schön.

        Vernünftig sein ist…
        …langweilig…
        so boring…
        Vernünftig sorgfältig experimentieren, damit das Experiment gelingt.
        Je zielloser das Experiment, desto verblüffender vielleicht das Ergebnis.

        Und jetzt schau ich mir diese Schokoladensache an.

        War das das Experiment?
        Geschmacksnote Haselnussrisotto in getrüffelter Zartbitter.

        Sehr extravagant.😊

  4. Es wäre schlimm, verpassten wir nicht gelegentlich etwas.
    Wie sollte solcher Perfektionismus Freude beinhalten.
    Sie verpassen sicher lediglich ein wenig Geduld, nicht das Ganze, Große.
    Freundlichst Ihre AraBELLa

  5. Ich bewundere ebenso die Hingabe des Herrn Mainstone, wie seinen Gleichmut und die Einstellung zum Wichtigen im Leben. Vielleicht hat ja auch das Pech sein Glück im Leben bewirkt? Und weil’s ja immer die eigenen Umtriebigkeiten sind, die man einflicht: Ich lerne auch gerade eine Lektion im Verlieren und Loslassen. Sie wird mir von Nutzen sein, das weiß ich gewiß. Ich werde Schlangenzungen besser erkennen. Aber hier geht’s nicht um mich.
    Ihr Objekt der Hingabe ist ja eins, das etliche Menschen teilen. Versuchen Sie sich in Geduld, es wird werden, auch wenn in Ihren Augen die Zeit zu schnell verfliegt bei gleichzeitiger Pechtropfenlangsamkeit. Ich sende von Herzen interessierte Leidenschaftshingabegrüße, Ihre Frau Knobloch.

    • Das poetische Ich. Ja, ein Teil von mir, natürlich, steckt darin. Doch es war nur eine kleine philosophische Überlegung.
      Im Übrigen habe ich die Absicht, mich Herrn Mainstone noch einmal länger zuzuwenden. Menschen in ihrer stillen Leidenschaft faszinieren mich und das Ganze hat für mich das Potential zu einer schönen Geschichte.

      In Bezug auf mein Objekt bin ich optimistisch.
      Freundlichstzugeneigt
      Ihr Herr Hund

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