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(* Urlaubsvertretung)

Zwischen_zwei_TextenTitel: Streifen zwischen zu viel Text.

Material: Wildfaser, Fusspilz und Latz (alles schlafend oder sich schlafen stellend), sowie zwei dicke Wälzer (Leibücherei Lüdenscheid, Rückgabe bis Juni 1997)
Format: variabel

(Mein letztes Werk ist das wohl radikalste meiner Schaffensperiode. Ich hoffe sehr, dass die darin zum Ausdruck kommende Auseinandersetzung mit der Diskrepanz zwischen ursprünglicher Natürlichkeit und Kultur die Kurzfristigkeit übereilter Kommentierung überdauern wird. Ich stünde für eine Podiumsdiskussion gerne zur Verfügung, anschließendes Banquet vorausgesetzt. Die Maischberger könnte ja moderieren. Bin für alles offen.)

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(* von Urlaubsvertretung, nicht nach Qualifikation ausgesucht, aber billig und verfügbar. In Schule schlechteste Note in BK. Dennoch versucht, ganz dem Vorhaben des Künstlers zu folgen. Abweichungen sind fehlendem Talent und Sprung der Brillengläser geschuldet, und außerdem seinem wahnwitzigen Ego. Das geschaffene Bild ist unverkäuflich. Die Nachsicht des Betrachters ist dagegen hoffentlich geschenkt.)

DSCF5853Titel: Schlafende Streifen mit Schwänzchen auf jungfräulichem Schnee

Format: So ungefähr x Etwas weniger
Verwendete Materialien: Wildfaser auf DinA4, Fußpilz und Latz

Analoger Spass mit Stan Laurel, Spieleerfinder

Im Gedenken an Stan Laurel, der vor fünfzig Jahren starb, erinnere ich mich an meine Kindheit bei Oma und Opa („nur eine halbe Stunde“), an diese kleine Szene und verzichte für heute auf Handyspiele und stelle mir vor, in der U-Bahn, an Haltestellen usw. würden alle auf dieselbe Idee verfallen wie ich und ebenfalls „Kniechen, Öhrchen, Näschen“ spielen. Das wäre ein lustiges Gefuchtel.

P.S. Damals konnt‘ ich es besser als Opa. Oma wollte nicht. Zu tun in der Küche. Bald Abendbrot.

(Nachtrag: Einen rührenden, nicht ganz so lustigen Artikel möchte ich nicht zurückhalten. Wen es interessiert)

Liegengebliebenes

„In den 80er Jahren des 20.Jahrhunderts hatte Richard Barnes, ein Wissenschaftler aus Cambridge, sich zusammen mit seiner Frau Karen daran gemacht, in den Regenwäldern von Gabun die Populationsdichte von Elefanten durch Zählung der Kothaufen zu ermitteln. Niemand hatte eine Ahnung, wie viele Waldelefanten es tatsächlich gab. Aus der Luft war es unmöglich, sie zu zählen, und Zählungen vom Boden aus waren schwierig und unzuverlässig. Die Kothaufen von Elefanten waren indes leichter zu finden, als die Elefanten selbst. (…) Zwei Jahre lang streifte er durch den Ogoouè-Ivindo-Wald im Nordosten Gabuns, markierte rund 20 Kilometer lange Pfade, die den Wald durchschnitten, watete durch Flüsse und Sumpfgebiete, die auf seinem Weg lagen, und zeichnete alle Daten über die Elefantenkothaufen auf, die er fand. Jeder einzelne Kothaufen wurde registriert, sein Fundort festgehalten, sein Alter geschätzt. Das Alter wurde in vier Kategorien unterteilt, von A für einen Kothaufen, der intakt, sehr frisch, feucht war und roch, bis D für Klumpen, die völlig zerfallen oder verwittert waren. Die Ergebnisse waren beeindruckend genug, dass sich andere Teams von Kothaufen-Läufern auf den Weg machten, um in Brazzaville und Kinshasa im Kongo, in Kamerun und in der Zentralafrikanischen Republik zu forschen.“ (Martin Meredith – Der afrikanische Elefant, Eine Biographie, Diederichs-Verlag, Seite 162f. Zu empfehlen.)

Und nach der Lektüre ich in Gedanken wieder hier bei mir, doch nicht ganz, gebe es allerdings, sobald ich mir die Größe des Unterfangens vor Augen geführt habe, auf, etwa dieselbe Methode auf die Ermittlung der Populationsdichte hiesiger Vierbeiner anzuwenden. Zu großräumig. Zu dicht und verzweigt das Geflecht ihrer Wege beim Gassigehen und Herumstreunen. Und sowieso wäre es eher einem krankhaften Fetisch gefolgt als wissenschaftlich begründet. Sie sind ja alle, ich nehme es an, gemeldet.

Eines aber weiß ich bereits, und es mag dann doch als Ausgangspunkt und -these für mögliche Nachforschungen in der Zukunft, von Langeweile geplagt, dienen, dass scheinbar all diese Wege kleiner und größerer Hunde direkt vor meiner eigenen Haustür verlaufen müssen, und das beständig, deuten doch die Hinterlassenschaften, in jeder Kategorie vorhanden, darauf hin.

Sachbücher, vornehmlich im Bereich der Naturwissenschaften, wie wohltuend anders als Belletristik, immer bei den Fakten, immer bei dem was ist, nie sich verlierend in der Ideenwelt eines Einzelnen,

Bevor ich mich in meiner verliere, mache ich jetzt lieber einen Spaziergang, um auf andere Gedanken zu kommen, vorsichtig dabei einen Fuß vor den anderen setzend, Denn ich kenne so ungefähr die hiesige Populationsdichte. Sie ist groß.