XXII: I. Hundsbuchfrühjahrsmesse

DIY. Ich ganz gespannt, um dann zuletzt wohl den Fehler bei der Sache mir selbst gegenüber eingestehen zu müssen. Falsch gelegt.

Die Nächte durchgearbeitet und den Stand mit den aktuellsten Büchern hergerichtet, alles ganz gemütlich gemacht. Viel Text angeschleppt, vorher gebohnert, abgestaubt und einmal richtig durchgelüftet. Nach_getaner_Arbeit

Der Mitarbeiter im Bild hat geschleppt. Wenn das kein Engagement ist, dann weiß ich auch nicht. Und, dem Trend folgend, wurde sogar ein Band Lyrik untergebracht, das schmale Buch ganz rechts, gleich neben dem Mitarbeiter. Es ist das mit am wenigsten Text. Und so gar keiner Handlung, aber intensiv.

Das also sind die aktuellen Bücher in diesem Frühjahr. Aktuell sind die Bücher, weil man gerade darin liest. Das passt also.

Es gibt neben den Büchern aber auch die Möglichkeit zum Gespräch. Ist Teil des Rahmenprogramms. Zur Couch für die prominenten Gäste hat es dieses Jahr noch nicht gereicht. Farblich wurde jedoch gelungen kopiert. Man kann nicht immer und ständig kreativ sein und immer das Originelle. Ein wenig sollte man sich schon an der Zielgruppe orientieren und kann ruhig Bewährtes fortführen. Gut_vorbereiteter_Moderator

Unser Moderator genügt jedenfalls den hohen Ansprüchen. Er kann es kaum erwarten, den ersten Gast, das erste Gespräch über Tolstoi. Da muss, wer kommt, durch. Und wenn dann noch Zeit bleibt für das eigene, na, man wird sehen.

Ebenso berücksichtigt wurden die immer größer werdende Relevanz von social media und dem ganzen anderen Zeugs für das mir English&IT-Vokabeln fehlen. Die Bloggerwelt soll folglich noch aktiver mit einbezogen werden. Für eine Lonsche war das Budget längst ausgeschöpft: Also wenn’s geht, zum Austausch bitte immer nur einer. Blogger_Stuhl Aber nur mit Akkreditierung.

Für alle anderen, es gibt bei uns um die Ecke eine Raucherkneipe.

Fehlt noch irgendwas? Nein. Trotzdem bis jetzt nicht ein Besucher. Gibt es denn so gar keinen, der sich da draußen für aktuelle Literatur interessiert? Seit letzten Donnerstag können Besucher aus aller Welt sich darüber informieren. Gekommen ist bislang nur einer von den Stadtwerken. Der war angemeldet.

Es sollte für die erste Messe ein intimer Rahmen sein, sicherlich. Das aber ist jetzt total öde. Wenn sich bis zum letzten Messetag morgen nichts tut, wird es zudem ein finanzielles Fiasko. Da wird es im nächsten Jahr, wenn die Hundsbuchfrühjahrsmesse überhaupt stattfinden kann, nochmal eine Nummer kleiner zugehen. Wir werden dann entweder auf den Stuhl oder auf das Kissen verzichten müssen.

Sogar einen Preisträger gibt’s. Tolstoi, wie jedes Jahr. Es wird schwierig, bis zum nächsten Jahr herauszufinden, ob er auch Gedichte geschrieben hat. Wenn nicht, dann leider, Leo, bist du draußen. Immer nur Romane, kann jeder.

Nur auf ein Gastland haben wir für dieses Jahr noch verzichtet. Die Wohnung ist einfach zu klein.

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19 Gedanken zu “XXII: I. Hundsbuchfrühjahrsmesse

  1. Erfolg ist harte Arbeit. In diesen Zeiten gleich mit der Hundsmesse an den Start zu gehen bewundere ich deinen Mut. Step by Step. Ich glaube ja an dich.

  2. Ja,diese Messe finde ich auch sehr toll!Aber hundsgemein,dass da keiner gekommen ist.Wenn ich in der Nähe wäre ,würde ich den ganzen Tag aufm blauen Sofa sitzen wollen.Und schweigen. Oder verschiedene Gedichtanfänge rezitieren.
    Aber – Sie sind doch sicher auch auf der anderen Buchmesse,mit dem Fräulein Schneefeld,und es folgt noch ein Bericht,oder?

  3. Morgen nach nach dem letzten Messetag das Knabberzeug einpacken, in den Zug steigen und auf nach Köln zur litcologne, Netzwerk und so. Denn du weißt doch, nach der Hundsbuchfrühjahrsmesse ist vor der Hundsbuchfrühjahrsmesse. Und zudem sehr inspirierend in Köln.

    • Hatte für nächstes jahr eigentlich an Lüdenscheid gedacht und auch bereits angefragt. Die haben aber schon was vor. Und so ist Stuttgart gar keine so schlechte Idee. Ich denk drüber nach.

  4. Wegen dera vielfarbigen, schreiend bunten und so lauten Leipzigankündigungen habe ich Ihre kleine, aber so feine Messe gar nicht zu Kentnis genommen – und wäre, hätte ich davon gewusst, doch so gerne zu Ihnen gekommen, um auf dem blauen Sofa oder der anheimelnden blauen Bloggerlonsche Platz zu nehmen und mit Ihrem Moderator in aller Ruhe über die ausgestellten Frühlingsbücher zu parlieren. Ich habe schon einmal die nächste Messe im Kalender eingetragen ud werde gerne kommen – auch ohne Gastland. Kleine, ruhige Veranstaltung mit vielen Knabbereien und wenig „Hype“ sind mir sowieso viel lieber. Viele Grüsse an den wackeren Mitarbeiter!

    • „Sie kennen Ihren Tolstoi gut genug?“, soll ich nachfragen. Wenn ja, wären Sie akkreditiert, also herzlich eingeladen. Wenn nicht, es ist noch Zeit. Bis zur Frist im herbst sollten dreimal „Krieg & Frieden“ und zwei Anna Kareninen drin sein. Und falls Ihnen bei der Recherche und Lektüre ein Leo-Gedicht über den Weg laufen sollte, bitte Bescheid geben. Wir suchen noch den Preisträger für nächstes Jahr.
      Freundlichst
      Ihr Herr Hund

      P.S. Gruß richte ich aus, sobald er wieder wach ist.

      • Das sind ja noch höhere Akkreditierungsbedingungen als bei der Leipziger Bloggerlonsche! Aber es ist ja nioch Zeit. Werde mich also in Tolstois Werke versenken, damit ich einmal auf Ihrem blauen Sofa Platz nehmen darf. Darf es denn nicht zur Not auch ein bisschen etwas Anderes sein? Ich eknne mich sehr gut in den Lustigen Taschebbüchern und beui den Gallieren aus und könnte da sehr gescheite und literaturwissenschaftlich tief fundierte Gespräche führen. Zur Not gehen auch gesine Cresspahls „Jahrestage“. – Sie merken, ich versuche mich um das mehrfach Lesen herumzudrücken…
        Somnntägliche Grüße, Claudia
        PS: Was haben Sie mit dem Mitarbeiter gemacht, dass es so lange schlafen muss. Es ist doch nicht etwa die übliche messemäßige Arbeitsausbeutung…

      • Dieser Mitarbeiter erledigt werktags das Meiste eh im Schlaf. Wach und wacker ist er nur an den Wochenenden.

        Mein P.S. Hunde wären im Übrigen ausdrücklich erlaubt bzw. erwünscht. Allerdings den beiden Mitarbeitern, Moderator und Schlafschlepper, im Abstand begegnen.
        Mein P.S. II Johnson oder Dagobert Duck als Ersatz, wir besprechen das.

  5. Hiermit bewirbt sich Lipperlandien hochoffizinös als Gastland fürs nächste Jahr. Ich bringe auch mein eigenes Sitzkissen mit. Und Bamberger Hörnchen, die falschechten sogar…
    Tolltolstoiische Grüße, die Ihre, flinkfüßig.

  6. Pingback: Sonntagsleserin März 2015 | buchpost

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