Sesam öffnet sich………………………………nicht

Wir sind nicht Ali Baba, sind alle nicht Rilke, nicht einmal Buchpreisträger, die meisten von uns. An mir schaute ich heute wie jeden morgen hinab und wie jeden Tag in mich hinein und fand den Dichter nicht. Meine Worte sind höchstens grobkörnige Schattenspiele. 10 Worte oder alle in ein paar zeilen, und fühlen sich höchstens liebevoll gemeint an, schlimmstenfalls aber frigide, gänzlich unfruchtbar, seltsame Verrenkungen, von einem intimen Tango mit Folgen weit entfernt, grotesk, zu glauben, sie bewirken Märchen, Zauber, Welt-veränderung und es würde mich nicht wundern, sie landen wie unerwünschte Emails in Spamordner, delete, delete, delete, maximal einmal gelesen, geliked, kommentiert, dann weiter im Text, weiter im Text, weiter im Text…………………………….10 Worte, 100 Worte, 1000 Worte, Alle Worte, an jedem hinge vielleicht der Hauptgewinn und ich der Strippenzieher, Trostpreise billige Schraubenzieher, kleine Kuscheltiere als Schlüsselanhänger, alles Jahrmarkt, gebrannte Mandeln und Zuckerwatte, Karussells……..jede weitere Fahrt, mir schwirrt der Kopf, dreht sich der Magen. Zu viel Süßkram, zu viel Wirbel, Lichter, Lärm……..und wünsche so bisweilen, wenn ich denke, ich kann nicht mehr wollen, über Krokuswiesen, Mäuselöcher zu kreisen als einsamer Greifvogel in klarer hoher Luft, und nur Stille
Stille
Stille
Stille
„Stille“ (ein Wort)
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18 Gedanken zu “Sesam öffnet sich………………………………nicht

  1. Wie du allein einen Jahrmarkt beschreibst, löst in mir Erinnerung an den Duft desselben aus…
    Eine hinreißende 10 Wörter Variation.
    Dankeschön und liebe Grüße …BELL..,

  2. Ach welch ein Wortkleinod…ich bin so freifrech…einer deiner besten Texte wie ich finde….subjektivistisch aus meiner kleinen Sicht. Poetisch / lebendig und im lesenden so wie man manchmal wünscht die Worte wie mit einem Wachsstift zu einem neuen Bild geformt. Jenseits des allzu bekannten. Sehr toll.

  3. Jetzt lese ich gerade die dritte Rilke-Krokuss-Tango-Geschichte und ihr alle füllt sie mir der eigenen Handschrift, toll! . „An mir schaute ich heute wie jeden morgen hinab und wie jeden Tag in mich hinein und fand den Dichter nicht“ – wunderbarer Satz neben den anderen.

    • Es ist nicht so schlecht, in kurzer Zeit, pointiert, wenn man so will, die Worte herausfallen zu lassen. Und nicht zu viel dabei zu denken. Nun, zum Denken fehlt mir gerade die Zeit. Das vielleicht ein kleiner Vorteil. Die anderen Geschichten nicht angemessen lesen zu können alldieweil, das ist wahrscheinlich hier und da der Nachteil.

      Blöder Stress und blöd, dass die Ruhe dazu kommt, wann sie will und nicht per Knopfdruck.

      • Dann kannst du auch gedankenlos feine Texte purzeln lassen, eine Kunst.
        Immer wieder Ruhemomente dir wünschend in dieser bewegten Zeit, Marion

  4. Schön.SCHÖN!
    Ich will das haben, – in Händen halten und immer wieder lesen.Ich werde mir das abschreiben,damit ichs wann immer ich will, hervorkramen kann.Jawoll!
    Damit es in mir auch still wird. Danke,lieber Herr Hund,für solche Worte. Beste Grüße ,Mensch Päddra

  5. Und ich wollt nur mal schnell meine Begeisterung kundtun , lesen darf ich noch nicht, freu mich aber so, dass du auch wieder mir liebste Wortkunst betreibst. Danke, mit ner Extrasalami mit dazu, nebst besten Grüßen

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