Das Gemüt voller Kühlschränke und Hunde

Vor den Augen, den offenen Sinnen, wandeln da, lungern herum, nackt, scheinbar verlassen, nehme ich eine gelegentlich mit hinein, locke. Zieh ihr ein Kleidchen an, eilig genäht und setz sie ab, im Gemüt, dort auf die Couch, abgewetzter Bezug, speckig, vor sie, bis sie dran ist, eine Schüssel Erdnussflips, nicht sie zu mästen. Doch es kann länger dauern.

Es hat sich langsam gefüllt. Spindeldürre haufenweise. Schnell folgte Einladung auf Einladung. Nur ab und zu, in Küche oder Werkstatt kreativ, verarbeite ich sie auch, weide sie, nehme von ihnen was mir brauchbar, weiß nicht wohin mit dem, was nicht.

Ideen sind keine Kühlschränke, Küchengeräte, zu unbedacht gekauft oder Geschenk, entweder kaputt oder einfach überflüssig und zu entsorgen, im Keller, schlecht, doch vorübergehend als Lösung, endgültig besser als Sondermüll angemeldet, heimlich in der Nacht im Unterholz neben der Straße.

Sind ebenso wenig Hunde als übereiltes Haustier, weil da noch süß und goldig, doch mitschleppen in den Urlaub, das dann nicht und täglich bei jedem Wetter rauszumüssen mit ihnen, also lieber anbinden irgendwo, lästig Anhängliches.

Ideen, das Beste an Ihnen wie das Überflüssige, das noch nicht an der Zeit ist oder das keine findet, nichts davon wäre leicht zu entsorgen oder zurückzubringen zum Elektrogroßhändler oder ungeliebten Verwandten zum Umtausch. Und Einschläfern? Da würde ich mir gemein vorkommen.

Sind also da, haben Platz genommen im Gemüt auf der speckigen Couch, davor, drumherum, so unterschiedlich sie alle, sind viele einander fremd. Es wird eng, stickig. Ungemütlich mit der Zeit. Beredt das Schweigen unter ihnen.

Ich bin in Ideen ein Messi, ein anfangs guter Gastgeber. Von keiner aber kann ich mich leichten Herzens trennen. Man muss Ideen, die schlechten wie die guten, entweder formen oder gehen lassen.

Sie nehmen einem sonst die Luft.

Oder doch am besten keine haben, sich bewusst dazu entschließen, das Gemüt, die speckige Couch darin und großer Schüssel Erdnussflips für einen selbst, frei, unbelastet und jeder Menge Zeit…

…zum Beispiel für einen neuen Beitrag wie diesen.

Aber Hauptsache nicht zu viele Ideen und Einfälle.

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