Lektion 10 – Wie lerne ich zu schreiben wie Herr Hund … mit einer Banane

Lachen Sie etwa? Sie meinen, das ist jetzt albern? Ist es nicht, ist es ganz und gar nicht. Es ist vielmehr das Wichtigste, das Sie zu verstehen haben, um irgendwann einmal schreiben zu können wie ihr Kursleiter: denn es ist ganz egal, ob Sie mit einem goldenen Montblanc-Füller oder mit Obstsalat schreiben wollen. Das bleibt Ihnen überlassen.

Ich als Ihr bezahlter Kursleiter, als Ihr Vorbild und Maßstab, als derjenige, dessen Urteil Sie ver- und annehmen sollten, Verdammtnochmal, wer hat da gerade gekichert?, der sagt Ihnen, es zählen allein Wille und Phantasie.

Disziplin? Nein, die weniger.

Zeit? Nein, denn wozu sollte es sonst Lyrik geben.

Können? Nun ja, aber nein.

Und eben auch nicht ein Schreibgerät oder die passende Schreibunterlage. Das sind Nebensächlichkeiten. Es fügt, außer ein Aroma und einen Geschmack, Ihrem Werk nichts Relevantes hinzu, schreiben Sie mit einem Apfelstrudel oder einer Streichwurst.

Warum stehen Sie auf? Ah, Toilette, gut gut. Für einen Moment dachte ich, dass ich hiermit, der zehnten Lektion, den Bogen überspannt hätte. Aber Herrschaften, das ist wichtig. Das ist kein Monty-Python-Scherz, Licht aus und Film ab bitte:

Bitte wieder das Licht an. Danke.

Also nein, dieser Kurs wird nicht immer blödsinniger. Im Grunde fängt er mit dieser Lektion erst an, hilfreich zu werden. Sie dürften sich mittlerweile an meine Art gewöhnt haben. Sie sollten jetzt ein Verständnis haben. Sie sollten jetzt bereit sein, Schüler zu sein. Alles zuvor, das waren Kindereien.

Sie meinen, Sie hätten durchaus schon einiges gelernt. Ja ja, um Schüler zu sein, natürlich. Jetzt gehen wir gemeinsam, Lehrer und Schüler, bis an ein Ziel, an dem ich, hoffentlich, jeden von Ihnen in eine literarische Welt entlassen kann, in der sie als Autoren überleben können und in Blogs besprochen werden.

Und das werden Sie eben nur, wenn Sie mit einer Banane oder, von mir aus, einem installierten Softwareprogramm für Bestsellerautoren umgehen können. Was Ihnen angenehmer ist, finden Sie es heraus. Nur, um das aber noch einmal klarzustellen, es ist

N-E-B-E-N-S-Ä-C-H-L-I-C-H,

ob es mit einer Bratkartoffel oder mit Federkiel und Tinte geschrieben ist. Wille und Phantasie führen die Hand.

Deswegen habe ich hier jetzt verschiedene Lebensmittel mitgebracht. Und jeder soll sich eines nehmen und die nächste halbe Stunde eine kurze Geschichte oder ein Gedicht verfassen. Enttäuschen Sie mich nicht, denn für Sie ist mein Kühlschrank jetzt leer.

Finden wir also heraus, wieviel Wille und Phantasie in Ihnen zu finden ist. Obwohl ein wenig Geschmack und Aroma, das ist vielleicht nicht das Schlechteste an so einem Text.

Na jedenfalls, Viel Glück und Guten Appetit. Ich bin dann mal und such mir einen Apfelkuchen. Den allerdings nicht zum Schreiben.

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13 Gedanken zu “Lektion 10 – Wie lerne ich zu schreiben wie Herr Hund … mit einer Banane

  1. Die Welt steht Kopf, Mittwochs statt Dienstags gibt’s Kurse…
    Meine Fahrkarte samt Geldtasche liegt zu Hause, statt in meiner Handtasche. ..
    Wie soll ich nun heimkommen, um Apfelkuchen zu backen?
    Haste mal ’nen Euro?

    • Ja, ja, gut gelernt. Auch dies Lektion. Wenn es ums Essen geht, beantworte ich selbst mir immer die Fragen, die ich stellen könnte, etwa, „Kann ich noch Nachschlag bekommen?“.

  2. Da ich ein ausgesprochener Liebhaber und Verfechter von Bananen bin, tunke ich dieses formidable griffige Schreibgerät nun beherzt in Mutters Erdbeermarmelade und schreibe diesen erdbeerblutigen Satz mit Bananaroma:
    Du sollst nicht so viel über Äußerlichkeiten nachdenken! Schreib, Weib!!!
    Und anschließend wird die Tafel abgeschleckt und damit das Geschriebene verinnerlicht!
    Lache ich? Würde ich nie wagen.
    Aber über die Pythons darf ich lachen. Ich kannichanders…zuhülf…😀✨

      • Der schönste Nebeneffekt, den man/frau sich vorstellen kann, nicht wahr?
        Herr Hund, ich spiele einfach zu gern mit Essen herum!
        Schon allein aus dem Grund, dass es mir mal versucht wurde aus pädagogischen Gründen zu untersagen.
        Spinat eignet sich hervorragend zum Actionpainting und mit Spargelspitzen kann man sogar das Wort ‚Hollandaise‘ auf die Tafel pinseln.
        Auf dem weißen Tischtuch ist die gelbe Schrift sogar noch besser lesbar…
        Die I-Tüpfelchen werden malerisch mit blumigem Rührei gesetzt und westfälischer Knochenschinken eignet sich bestens zum Fett-Drucken.
        Sie sehen also…ich bin Ihrer Lektion andächtig gefolgt.
        Leider habe ich nun im Restaurant Hausverbot.
        Solche Kulturbanausen! Tztz…😎
        👹

      • Ich habe früher am liebsten Winnetouszenerien mit Kartoffelpüree nachmodelliert. Der Schatz vom Soßensee war seinerzeit mein Meisterstück.

  3. Lieber Herr Kursleiterhund!
    Obwohl ich keinen Ihrer Kurstage, ob nun Dienstag oder Mettwoch,verpasst habe, schrieb ich noch immer keinen Bestseller!! Woran könnte das liegen? Und jetzt fragen Sie mich bitte nicht nach Schreibmitteln ect., NATÜRLICH schrieb ich mit Kaffee,Beize,Tee und Wurstwasser ,versteht sich.
    Ich werde niemals so schreiben können,wie Sie,Herr Kursleiter! Dammich!!!
    Neiderfüllte Grüße,Mensch Päddra

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