Fleisch

Wünschte beinahe, es hätte geholfen.

Weil ich Tiere liebe. Aber eben auch Schnitzel, Koteletts und Bratwürste. Für’s Fleischessen brauche ich Abstraktion. Wenn es nur keine Kulleraugen mehr hat. Da kann ich nicht. Ich kann nicht, wenn mir einer vom Teller zuschaut. So ein Filet-Stück, das schont mich.

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Also entferne das Gesicht und ich liebe den Geschmack, heiß und innig. Es steckt in mir drin; der Zwang zum Fleische kann nicht falsch sein. Ich hätte sicherlich auch abstrahierten Mammut verschlungen. Mein Gen-Code, nicht meine Erziehung, nicht mein Weltbild. Einfacher Heißhunger, natürliche Lust.

Das ist ein gewagtes Outing, nicht ganz ohne Risiko: Herr Hund ist Fleischfresser. Alles, was nicht Fleisch ist, allerlei Gemüse darunter, wird ebenso gemocht. Ich sag nur: Blumenkohl. Doch nur Gemüse, das ist keine Option.

Es ist nicht primitive wollüstige Begierde, ich bin niemandem böse, gibt es wochenlang nur vegetarische Kost. Nur ist Fleisch ja oder nein nichts, was zu diskutieren wäre.

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Ich liebe Fleisch und ich liebe Tiere. Wie ist diese Diskrepanz zu überwinden? Wahrscheinlich könnte ich sogar ganz Vegetarier sein; ich müsste nicht Fleisch essen. Nur diese Lust, die wäre nicht auszutreiben. Die steckt ganz tief drin.

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Mit einer Attrappe, nicht gerade Tofu oder Sojabratlinge, doch recht gelungen in Farbe und Konsistenz. Allerdings sehr bald, da stellt sich heraus, im Geschmack, da kann es Fleisch nicht ersetzen: Himbeermarshmallows. Da ist es zu süß für ein Kotelett. Und in der Pfanne leicht anbraten, das haute nicht hin. Dabei gab sich das Fräulein Schneefeld alle erdenkliche Mühe, um mir zu helfen. Es ist zu essen und in seiner Form, ohne diese Notwendigkeit, psychologische Hilfe für Fleischfresser sein zu müssen, durchaus ein gelegentliches Schmankerl.

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Nicht für stets und nicht zu viel. Es hat auch durchaus seinen Aufwand. Doch wenn Pfadfinder im Haus sind, das Fest mit dem Kürbis bevorsteht, die wären versorgt, mit Süßem und Saurem.

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Ist nicht Schaschlik, aber ganz OK.

Wir testen zukünftig Koch- und Backbücher, wobei ich der bin, der mit Essen hilft. Meine Meinung zählt durchaus. Meine Kenntnisse, da ist es besser, man holt sich eine zweite Meinung ein.

imagemagic.phpDas war ein erstes, schmales, sehr spezielles, Marshmallows vom Thorbecke VerlagEs war ein kleines sehr süßes Zwischenspiel mit Zucker. Fräulein Schneefeld mit ihrer Schwäche für Konsistenzen hatte ihren Spaß. Und dafür, dass es gelingt, muss man mit Temperaturen umzugehen verstehen. Es ist aber nicht das ganz große Raffinement.

Mein persönlicher Favorit waren die Plätzchen mit Marshmallows (ohne Bild, so schnell war nicht draufzuhalten). Wobei, es hätte die Marshmallows nicht unbedingt gebraucht.

Im Nächsten bleibt es vegetarisch. Vielleicht bekomme ich ja meine Chance und das mit dem Fleisch erledigt sich. Sicher ist, Essen ist Geschmackssache. Gut muss es sein. Das schließt schon vieles aus.

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6 Gedanken zu “Fleisch

  1. Ich mag diese immer mehr zunehmende Richtung nicht, uns alles Essen zu vermiesen, dies ist ungesund, dies ist inhuman, dies ist dies und das ist das.
    Ich habe es heute schon auf einem anderen Blog geschrieben: alles in Maßen, nicht Massen genossen ist gesund, ob rot, weiß in der Farbe, kunterbunt wie Gemüse und Obst, dunkel und hell im Brot, bitter und zart in der Schokolade, schwer und leicht im Wein und Bio, Vegan, Vegetarisch sind Modeerscheinungen, die den Leuten das Geld aus der Tasche zieht, weil sie zu viel davon haben.
    Ich esse schon immer querbeet das, was mir schmeckt und das hält mich bisher (dreimal auf Holz geklopft) auch so gesund. Und Himbeermarshmallows mmmmmhhhhhh als Nachtisch, wie viel Kalorien haben die? aber auch das wäre mir egal.
    Erhalten wir uns unseren gesunden Appetit auf alles und ich heute Abend auf den Professor Börne -:)))

    Liebe marshmallofutterneidische Grüße an Köchin und Vorkoster -:)))

  2. Ja mit dem Essen ist es wohl wie mit den Lebenshaltungen. Haben wir zuviel davon wird es so wichtig das wir weder einen Horizont sehen noch entspannt genießen können. Luxusprobleme die wir uns selbst schaffen und den Rest tragen wir in der Biolinksgedrehtenselbstgegautschen Abfalltüte in die Entsorgungstonne. Dafür stehen die anderen vor dem Tafelladen im Regen und müssen sich blöd anglotzen lassen. Ach welch ein leidiges Thema. Manche leiden schon darunter. Und die anderen weil sie nichts haben. Von Vegan oder Steinzeitessplan nicht zu reden.

    Doch ich komme ja wegen deinen Satzformen die mir sehr sehr gefallen hier vorbei /und nicht wegen einem Tofuflan der in der Mantraschleife geheiligt wurde.
    Dein Geist. Formt feines. Danke

  3. Auch wenn wir nicht viel Fleisch essen, meine Kinder und ich, freuen wir uns am Wochenende auf einen leckeren Braten oder Fisch. Ich habe mir angewöhnt, lieber Alternativen unter der Woche für Fleisch zu suchen und dafür am Wochenende etwas Bio-Fleisch, Fisch oder Wurst zu kaufen. Es schmeckt besser und ich kenne den Hof, von dem es stammt. Der Sohn isst auch gern Schweinefleisch, meiner Tochter und mir schmecken Geflügel und Fisch besser.
    Genuss soll es sein und der Mensch ist ein Allesfresser.
    Ich respektiere vegetarische Ansichten, doch meine eigene behalte ich mir vor.
    Aufoktruhieren lasse ich mir nichts.
    Ich wünsche Ihnen einen guten Wochenstart, lieber Herr Hund und Genuss bei was auch immer.
    Herzliche Grüße aus dem barbarischen Teuto von der Karfunkelfee✨

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