…da mir noch ein achter Grund einfiele (nebst weiteren, die mir vielleicht nicht eingefallen sind).

Vor ein paar Tagen, da las ich bei einem Wertgeschätzten und ich tat es in einem ersten Vernehmen ein wenig  nicht ganz ernstnehmend ab, deren sieben Gründe, was es mit dem Lesen wäre und warum es also getan werden sollte; ich dachte darüber nach, der Tag lud dazu ein. Auch, da ich selbst Leser bin, überzeugter Leser, und tue das bereits seit einigen Jahren, wohl Jahrzehnten, ganz ohne Scham. Ich fühle es ebenso, wie es mich veränderte, seit ich es tue. Ich will es ersparen, davon zu erzählen, von der Zeit zuvor, da zumindest hierin, dieses zu lesen, aus keinem dieser Gründe, von denen die Rede ist, sich lohnen würde, diese fast schon aber widerlegen könnte, zur Gänze, würde man es trotzdem lesen.
Davon also nicht. Und später erst von einer Gegenprobe, die einzufallen mir ein trostloser Gang am Morgen brachte. Zunächst, auch weil er mir als Grund geradezu existentiell erscheint, ich mich darüber wundere im Nachdenken, dass geschätzter Blogger ihn nicht erwähnt, mir er aber selbst erst sehr viel später einfiel, obwohl so naheliegend, aber wahrscheinlich spricht man darüber nicht so gerne, weil er das Menschlichste in uns so schonungslos offenbart: wir lesen nämlich, vorzugsweise dicke Bücher über unwahrscheinliche Traumwelten, doch funktioniert es ebenso mit Novellen und so gerade eben noch mit Gedichten (und nur unter Vorbehalt, da müssen es aber dann viele sein und kurz hintereinander), damit wir nicht etwa mit Kettensägen, so eine würde ich nehmen, übereinander herfallen.

Sagen wir, wie es ist, in der Dauer, die es braucht, etwa den letzten Setz zu lesen oder, das hat letztes Jahr viele Leben gerettet, eine Haratischwili, ist mit einer Markenkettensäge aus dem Baumarkt eine mittlere Dorfgemeinde auszulöschen.

Lesen rettet Leben, nicht nur im übertragenen Sinne, sondern ganz konkret. Der Meuchelmörder in uns hat seine Gute-Nacht-Geschichte bekommen, er schläft. Und er träumt. Besser, wir lassen ihn träumen. Lesen wir lieber weiter uns vor, eine Geschichte, noch eine und so fort, mit Gedichten dagegen ist vorsichtig umzugehen, sie könnten im Vortrag eher verstörend Öl für’s Feuer sein.

Doch so eine epische Geschichte mit reizenden Fernen in Gedanken und Bildern, sie lässt ihn schlummernd außer Acht lassend, die in der Nähe lockenden Gliedmaße zu ……………………….. mit Sonderangeboten, an denen man am Samstag noch vorbeiging, ohne sie zu nutzen.

Ich liebe die Kultur. Und meine Nachbarn, sie lieben sie auch. Meinetwegen. Ihretwegen.

(zur Nagelprobe in Kürze……fällt mir nichts Besseres ein)

Advertisements

2 Gedanken zu “…da mir noch ein achter Grund einfiele (nebst weiteren, die mir vielleicht nicht eingefallen sind).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s