„Trost“Büchlein -Ingvild H. Rishoi: Winternovellen

Wer tröstet wen.

Ist das eine Frage? Nebst vielem anderen eine Qualität von Literatur, von Kunst, wird sein – sie tröstet. Ganz einsam kann keiner sein, der etwa Bücher um sich hat und sie liest.

Und wer keinen Trost braucht, kann dennoch ergriffen sein von dargestellter Menschlichkeit, die nichts zu tun hat mit irgendwelchen Idealen, nicht erklärt werden muss, sondern einfach erfasst und erzählt ist. Nichts Besonderes, nur genau, nur mit gehöriger Empathie.

Mir tat Trost nicht not. Es ist Frühling, Aufbruch, die Erfüllung von Träumen. Und viel zu viel zu tun. Deshalb, wenn Zeit war, kurze Erzählungen. Und in Ingvild H. Rishois „Winternovellen“, in drei mit einfühlsamer Sprache erzählten Geschichten von scheinbarer Verlorenheit, der sich Hoffnung nicht ergibt und kleine Wunder passieren, fand ich Trost.

Tatsächlich ist Trost etwas Sanftes und Schönes.

Es ist klar, es ist Literatur und nicht das Leben und wenn man von solchen Dingen spricht, setzt man sich dem Verdacht aus, sentimental zu sein, Realitäten zu verkennen. Ich bin mir dessen bewusst. Die Erzählungen von Rishoi klammern die Realität nicht aus, verklären sie nicht, allein werden sie nicht bis zum allzu bekannten trostlosen Ende erzählt.

Wer will denn stets diese Trostlosigkeit erzählt bekommen? Das hält doch keiner aus. Es bitte nicht zu hoch zu hängen und nicht dabei an Hollywood-Happy-Ends in zuckersüß zu denken, aber im Grunde und ihrem Wesen sind alle erzählten Geschichten Trost.

Wie etwa ein Lieblingskissen, in das man hineinweinen könnte, weil sonst keiner da ist.

Warum ich so drauf bin, nebenher, erkläre ich nicht, aber das Buch fällt in die Zeit. Es gibt wahrscheinlich einen Zusammenhang.

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Ingvild H.Rishoi: Winternovellen – Open House Verlag

Zu kaufen in jeder gut sortierten Buchhandlung, geliehen oder geschenkt bekommen von jedem guten Freund.

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2 Gedanken zu “„Trost“Büchlein -Ingvild H. Rishoi: Winternovellen

  1. Literatur als Trost steht neben Musik bei mir an erster stelle! Bei mir helfen dann zufallsfunde aber auch verlässlich meine Klassiker Beethoven und celan: „schreibe dich zwischen die Welten, am Rand der tränenspur lerne leben“

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