Ocean one

Es war einmal einer, der war ziemlich faul. Nennen wir ihn Herr Hund (denn mir einen lustigen Namen auszudenken, dafür bin ich nun zu faul). Dieser Herr Hund hatte zwei Leidenschaften: Mikado und Kunstraub. Früher waren es sogar drei. Da liebte er es, Goldfischgläser zu sammeln. Aber nachdem man ihm sagte, die gäbe es nur noch mit Goldfisch, da ließ er es bleiben.

Dieser Herr Hund war so faul, wenn er es mit BringmaldenMüllrunter zu tun bekam, wurde er sofort krank. Dann hatte er Migräne, Fusspilz oder Sonstetwasinderart. Kleiner Tipp von mir: gegen Sonstetwasinderart helfen kalte Umschläge und warmes Spezi. Ein gutes Mittel ist auch, wenn ein anderer den Müll runterbringt.

Herr Hund also verließ im Grunde nie sein Haus. Die Mikadostäbchen ließ er sich vom Mikadostäbchenbringdienst nach Hause bringen. Wer Interesse hat, soll sich melden, ich hab die Nummer.

Mit dem Kunstraub war es da schon schwieriger. Und viel Zeit war nicht mehr, denn schon am Ende dieses Beitrags wollte Herr Hund der weltgrößte Kunsträuber aller Zeiten sein. Länger zu warten, wäre ihm zu anstrengend gewesen. Er hatte den Plan, die Sixtinische Kapelle zu stehlen. Doch die hat Ausmaße, ist viel zu schwer und in die Straßenbahn darf man die nicht mitnehmen, nur Kinderwägen, Fahrräder und große Hunde. In Lüdenscheid allerdings, da darf man Sixtinische Kapellen mitnehmen. Dafür aber keine großen Hunde. Da Herr Hund aber nicht in Lüdenscheid wohnte, kam das nicht in Frage. Da er also nicht in Lüdenscheid wohnte, musste er sich etwas anderes ausdenken, was die japanische Touristen sehr erfreute, weil die sixtinische Kapelle an ihrem Platz blieb, nicht aber die japanischen Touristen, die dachten, die sixtinische Kapelle wäre in Lüdenscheid. Hier hätte auch Herr Hund geirrt, aber da er es sich anders überlegte, war’s egal.

Sein Plan kam ihm beim Scrollen, da er feststellte, die Welt kommt heute zu einem, man muss sich nicht mehr die Füße platttreten, will man in der weiten Welt sich eine Kunst ansehen (es sei denn, man ist japanischer Tourist und nicht in Lüdenscheid, wo man keine Kunst findet, oder doch schon, aber sie nicht erkennt, weil sie im Reiseführer von Rom nicht abgebildet ist) oder, wie Herr Hund es vorhatte, stehlen. Also beim Scrollen da reifte in ihm der Plan wie ein schöner noch grüner Apfel, wobei ihm noch ein weiterer Gedanke kam, er müsste mal wieder zum Zahnarzt, der zwar zur Welt gehört, aber sich davon ausnimmt, zu einem nach Hause zu kommen, so dass Herr Hund bei diesem Gedanken sehr ins Schwitzen kam und deshalb schnell weiterdachte, denn es waren nur noch ein paar Zeilen für seinen Raub übrig und seine Weltbekanntheit.

Er scrollte also, entdeckte einen älteren Beitrag eines digitalen Freundes von ihm, ich will ihn einmal den Versteckten Poeten nennen, und stahl ihm einfach ein Bild und das hängte er hier hin:

2016-03-30-14-10-59

Aber so recht, weil lange, konnte er sich nicht freuen, weil das bringmaldenmüllrunter sich meldete und Herr Hund nun sich schnell überlegen musste, welche Krankheit es an diesem Tag sein sollte. Er entschied sich für Fusspilz.

Das war die Geschichte von Herr Hunds erstem Kunstraub, dem Beginn seiner Weltbekanntheit, in deren Verlauf auch die sixtinische Kapelle dran zu glauben hatte. Es steht geschrieben und damit ist’s amtlich. Ich lass da auch nicht mehr mit mir reden. Und wenn mir Japan deswegen den Krieg erklären sollte.

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3 Gedanken zu “Ocean one

  1. Eine wahrlich feine Münchhausen.HUND.geschichte mit herrlichen Wendungen und Kunsträuberischen Eckpfählen. Bitte gerne Teil 2 / von Lüdenscheid bis Moabit.
    Bin schon gespannt.
    Aber erst mal Bringschonmaldentotenfischrunter und bring die Nägel mit für die gediebten Bilder.

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