Die Freuden des einfachen Lebens

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Bildquelle: moglio.tumblr.com

Ich wische die Krümel vom Holztisch in die hohle Hand. Die Rechte schiebt sie zusammen, die Linke wartet an der Kante. Forme sie zum Nest, öffne das Fenster und werfe die Krümel den Spatzen im Garten vor. Diese Bewegung, diese Szene ist bis ins Detail hinein eine vierzig Jahre alte Erinnerung. Weder der Ort ist gleich geblieben noch sind es die Spatzen und noch nicht einmal die Hand, welche die Krümel wirft. Gleich ist nur die Bewegung, und alles hat sich in ihr mitgeteilt. (Gospodinov in NZZ, Die Freuden des einfachen Lebens)

Und auch wir sitzen samstags in schöner Regelmäßigkeit vor dem Laden, nehmen unser Frühstück ein, Croissants und Schokoladenaufstrich, Milchkaffee ich, Cappuccino sie, und die letzten Krümel auf den kleinen Tellern, ausgestreut neben dem Parkscheinautomaten, gehören den Spatzen. Es genügt ihnen scheinbar. Alle sind sie dick und rund.

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10 Gedanken zu “Die Freuden des einfachen Lebens

    • Und dieses Sich-Ihnen-Aufdrängen gibt mir nun zu denken. Ich überlege, auf welchem Weg das wegbehandelt werden kann. Zu entschuldigen ist nichts, nicht, denn diese Anspielung muss Ihnen großes Leid sein.

      • Oh ja, oft leide ich unsäglich unter den grauenhaften Assoziationen, mit denen mich mein Spatzenhirn überfällt.
        Ich vergaß darüber auch zusagen, wie sehr mir dieser fast schon spitzwegerianische Beitrag gefällt: Das Fräulein und Sie, kaffeetrinkend, umrundet von dicken, runden Spatzen. Das hat was 🙂

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