Schneemann, Kleiner

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Sie sind in der Angelegenheit unschuldig. Schnee fiel reichlich. Es war ihnen einfach Freude, behandschuht ihn direkt auf dem Weg in die Welt zu setzen. Dann zogen sie mit ihrem Schlitten weiter. Und er stand da, es wurde dunkel, Nacht. Wir konnten nicht Wache halten. Mussten heim. Er blieb auf sich allein gestellt. Wenn er hochhaushoch aufgekugelt worden wäre, so groß sind keine Stiefel, ihn niederzutreten. Aber so klein er war, hatte er sicherlich nicht unbegründet Angst in der Nacht, ein böser Bube (meist sind’s immer Buben) würde nebenbei treten und aus wär’s gewesen. Oder frühmorgens die orangene Putzliesel, die keine Unterschiede macht, hätte ihn auf- und weggewischt. Fort.

Aber es ging dann doch den natürlichen Gang und Milde nahm ihm das Leben, vielleicht ein wenig schnell, mag sein.

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Und dann war allerdings mit dem Schneemann -Kleiner-, auch seine Angst verschwunden. Denn man hat Angst nur, wenn man ist.

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6 Gedanken zu “Schneemann, Kleiner

  1. Er war und ist sich bewusst, dass er dem Flüchtigen, dem Dahinschmelzenden angehört und er war sicher glücklich, dass ihn jemand überhaupt erschaffen hatte. Der Schlusssatz ist berührend.
    Lieber Gruß vom schneelosen Dach
    Karin

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