Last Christmas

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War wunderprächtig und stand im Mittelpunkt. Aber das ist es nicht. Kinder, Kinderlein müde vom Singen und Essen, schlafen selig, stehen auf. Ente und Karpfen verdaut. Ich aber bleibe Weihnachtsbaum.

Die Geschenke weggeräumt, umgetauscht. Geschenkpapier längst verwertet. Das Lametta im Karton mit den Lichterketten und roten, blauen, goldenen Kugeln verpackt. Manches nur von der Katze gefressen, wieder ausgespuckt auf den schönen Teppich. Kein silberner Faden ziert mich mehr. Ich aber bleibe Weihnachtsbaum.

Grün verloren. Keine Wurzeln geschlagen. Vom Familienverband verbannt. Unbeachtet nun, ausgestoßen. Am Straßenrand ist’s kalt. Die Hunde sind nicht freundlich. Schmutzige Autos fahren vorbei. Jungfräulicher Schnee tröstet nicht mehr. Doch ich bleibe Weihnachtsbaum.

Ich kann mich nicht mehr erinnern an die Zeit vor Weihnachten, so hat es alles überstrahlt. Wo ich herkam, wo ich geschlagen, in welcher größeren Tanne Schatten ich aufgewachsen. Fort. Ich habe nur diese eine Erinnerung an Kinder und Licht, an Bratenduft und Choräle. Was davor, weg. Was kommt, das weiß ich nicht.

Allein, ich bleibe Weihnachtsbaum. Alles eine Frage der Einstellung.

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2 Gedanken zu “Last Christmas

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