Sesam öffnet sich………………………………nicht

Wir sind nicht Ali Baba, sind alle nicht Rilke, nicht einmal Buchpreisträger, die meisten von uns. An mir schaute ich heute wie jeden morgen hinab und wie jeden Tag in mich hinein und fand den Dichter nicht. Meine Worte sind höchstens grobkörnige Schattenspiele. 10 Worte oder alle in ein paar zeilen, und fühlen sich höchstens liebevoll gemeint an, schlimmstenfalls aber frigide, gänzlich unfruchtbar, seltsame Verrenkungen, von einem intimen Tango mit Folgen weit entfernt, grotesk, zu glauben, sie bewirken Märchen, Zauber, Welt-veränderung und es würde mich nicht wundern, sie landen wie unerwünschte Emails in Spamordner, delete, delete, delete, maximal einmal gelesen, geliked, kommentiert, dann weiter im Text, weiter im Text, weiter im Text…………………………….10 Worte, 100 Worte, 1000 Worte, Alle Worte, an jedem hinge vielleicht der Hauptgewinn und ich der Strippenzieher, Trostpreise billige Schraubenzieher, kleine Kuscheltiere als Schlüsselanhänger, alles Jahrmarkt, gebrannte Mandeln und Zuckerwatte, Karussells……..jede weitere Fahrt, mir schwirrt der Kopf, dreht sich der Magen. Zu viel Süßkram, zu viel Wirbel, Lichter, Lärm……..und wünsche so bisweilen, wenn ich denke, ich kann nicht mehr wollen, über Krokuswiesen, Mäuselöcher zu kreisen als einsamer Greifvogel in klarer hoher Luft, und nur Stille
Stille
Stille
Stille
„Stille“ (ein Wort)

Es geht abwärts mit Herrn Hund – Ins Archiv III: Wimmelbilder

Das Buch vor mir aufgeschlagen, Bauernhof, Rummelplatz, Hafen oder Supermarkt, such such, wo ist die Kuh, das Karussell, der Kran, ich verstehe es jetzt, was das sollte. Aber jetzt, es ist kein Buch mehr, nichts, was sich so einfach zuschlagen lässt und auch nichts, das immer angenehm wäre. Damals auf dem Schoß eines nahen Verwandten, Schokolade im Mund und drum herum, ein Sonntagnachmittag, es sind die Großeltern, abends vor dem Schlafengehen die Eltern vielleicht und im Buch mit den Tieren, Zoo, Meer und Wald, ich finde das Eichhörnchen, bevor ich zu müde bin, noch ein Kuss, das Licht gelöscht und die Bilder von eben wechseln in meine Träume. Ich habe sie geliebt diese Bücher, ganz sicher die erste (Welt-)Literatur, die mir unterkam.

Es ist nicht so sehr viel anders heute; meine Erinnerungen, mehrere solcher Wimmelbilder, die meisten davon nicht für Kinderaugen an einem Sonntagnachmittag gemacht, liegen übereinander, doch oft bin ich schon müde, bevor ich suchen will. Hatten die Bücher mit den Wimmelbildern Seitenzahlen? So oder so, meine Erinnerungen, mein „Archiv“ folgt einer anderen Ordnung, die ich nicht durchschaue. Ich bringe die Jahre durcheinander, vertausche die Sehnsüchte und Träume, was ich nur gedacht, geträumt mit dem, was tatsächlich passiert ist und bin mir nur sicher bei ein paar Leidenschaften und Abneigungen: ich glaube nicht, die Ramones jemals geliebt zu haben und weiß doch nicht warum. Bei all den Wimmelbildern, wer hilft mir, ein großväterlicher Finger, der erklärend zeigen würde. Schau hierhin, dorthin, nein, es ist schwierig, mit seinen Erinnerungen alleine zu sein.

Und ich dachte, ich bräuchte nicht meine Phantasie und könnte mich ausruhen, mich bloß erinnern. Da ist kein „bloß“. Erst einmal dem, was war, auf die Schliche kommen, nachspüren und sammeln. Das sind nicht nur ein paar Zettelkästen von kurzgefassten Geschichten. Es sind überhaupt keine Geschichten, oft nicht einmal ansatzweise, oft nur Fragmente, Gedächtnisfetzen wie Mosaiksteine, durcheinandergemischt, ein übergroßer Waschkorb voller Puzzleteile: es existiert keine Neuschwanstein-Vorlage. Wenn es zusammengesetzt ist, irgendwann, wird man wissen, zumindest, wer man war. Wieviel diese Person mit der zu tun hat, die man dann ist, ist eine völlig andere Frage. Bis dahin watet man durch dieses Meer von Deutungsmöglichkeiten wie mit Gummistiefeln durch ein Moor, immer mit der Gefahr, darin zu versinken.

Denn noch lebe ich ja im Hier und Heute, ein eher überschaubarer Bereich. Das Gestern und was dahinter liegt, ist es nicht, im Gegenteil.

Dann also weiß ich, für ein erinnertes Leben brauche ich ebenso Phantasie, will es mir gelingen, aus dem Leben ein Ganzes zu machen, dabei unwichtig am Ende, ob die Dinge auch so geschehen oder nur meiner Einbildung entsprungen sind. Es gibt keine Rangfolge von Wirklichkeiten. So war ich nie in Afrika und bin auch nie mit einem Zebrafell zurückgekehrt, doch so oder so ähnlich sind meine Träume und Sehnsüchte gewesen. Sie gehören zu mir wie jede andere traurige oder belanglose Wirklichkeit, wahrscheinlich sogar noch mehr als diese. Meine Mondreisen fanden statt. Beweisen kann ich es nicht, aber es fühlt sich wahr an. Und meine Gefühle sind es, die mir sagen, ob ich am Leben bin.

Und ich stelle mir vor, ich sitze in einem leeren Raum auf dem Boden, vor mir eine große leere Wand, in mir die Menge an Wimmelbildern, das „Archiv“. Es wird Zeit brauchen, ein Stück Kreide, ich schreibe das Erste, das mir einfiel, Susis Namen an die Wand. Sie ist Erinnerung. Vielleicht an eine Person, die wirklich lebte. Oder doch nur Fiktion, eine Möglichkeit von vielen. Gegen den Schlaf schütte ich Unmengen von Kaffee in mich hinein, Kaffeetasse um Kaffeetasse. Bevor ich einschlafen werde, soll mir die Phantasie helfen, ein Bild zu erhalten, darüber, wer ich war und bin. Bis dahin werde ich wahrscheinlich öfters das bereits an die Wand Geworfene wieder entfernt haben, um von vorne anzufangen. Das fällt schwerer, als mit Schwamm und Geschirrtuch die Spuren von Kaffee von den Tassen zu bekommen. Ich weiß, wovon ich rede, ich bin es, der zuhause spült.

Es braucht Zeit, es braucht Geduld und, das habe ich jetzt verstanden, es wird nicht ganz ohne Phantasie funktionieren. Ich werde immer wieder neu ansetzen müssen. Im Moment ist da nur ein Gewimmel. Ich versuche mich darin, daraus ein vollständiges Bild zu machen, meine Geschichte. Die Zutaten sind da, ich weiß es, jetzt liegt es an mir, wie kreativ ich damit umzugehen verstehe.

Und habe ich am Ende genug Kreativität, findet sich in meiner (Lebens-)Geschichte vielleicht ja sogar eine Tapetenabschlusskante. Im Moment allerdings noch nicht. Die Phantasie arbeit daran.

Was folgt, nachdem man seine Geschichte in groben Zügen kennt, wäre, sie erzählen zu können, wofür es allerdings sehr viel mehr als zehn Worte braucht. Wo soll ich die aber nur herbekommen? Eine Frage, die ich mir lieber ein anderes Mal stelle.

 

Das elfte Wort

„Sie wissen, warum Sie hier sind?“

„Wegen des Diebstahls von Worten?“

„Genau. Wollen Sie etwas dazu sagen?“

„Es war nur ein Reflex. Sie lagen da so rum. Normalerweise tue ich sowas ja nicht, das können Sie mir glauben. Ich hab gar nichts übrig für Worte. Mein Ding sind Sportwagen, Ferrari, Porsche, Fiat. Mit Worten, nein, nich meine Welt. Ich weiß also nicht. „

„Erzählen Sie doch einfach mal.“

„Wie ich schon sagte, ich interessiere mich mehr für schnelle Wagen, für Autorennsport. Kam also gerade von einem Kumpel. War schon recht spät. Eddie und ich hatten zusammen den Großen Preis von Indien im Fernsehen angeschaut, danach noch so ein bisschen rumgehangen. Normalerweise schaue ich immer zuhause. War aber gerade dicke Luft dort. Meine Freundin hat ziemlich Stress wegen dem Buch gemacht. Sollte mal wieder was lesen. Bin ich erstmal abgehauen zu Eddie. Bis meine Freundin zur Arbeit muss.“

„Stress, aha. Weiter.“

„Im Gegensatz zu mir hat sie sehr viel für dieses Zeug, Literatur und so, übrig. Und hat mir mal wieder was zu lesen gegeben: Shades of grey heißt das, glaub ich. Konnt‘ ich nicht lesen. Ist mir zu schwer.“

„Na, also Shakespeare ist das aber nicht gerade.“

„Wer?“

„Shakespeare. Kennen Sie nicht? Hamlet, Romeo & Julia, Sommernachtstraum?“

„Nee, sagt mir nichts, tut mir leid.“

„Aber erzählen Sie mal weiter.“

„Jedenfalls habe ich mich richtig geplagt mit dem Buch. Obwohl ja viel da so rumgefummelt wird. Brauch ich aber kein Buch für. Wer sich mit Autos gut auskennt, versteht sich auch auf Frauen. Und meine Freundin ist ein echt heißes Teil. Wenn se da mal eine rauchen wollen, einfach nur die Kippe an die Alte halten. Brauchen se keine Streichhölzer für.Von dem ganzen Literaturscheiß mal abgesehen, echter Jackpot. Geiler Arsch. Riesenbrüste.“

Brüstung?“

„Nein, Brüste. Haben Sie Tomaten auf den Ohren?“

„Passen Sie auf, was Sie sagen. Sie stehen hier vor Gericht.“

„Entschuldigen Sie, Richter.“

„Schon gut. Fahren Sie fort.“

„Sie hat also diese Riesenbrüste.“

„Das wissen wir jetzt. Sagen Sie uns lieber, wie es zu der Tat, wegen der Sie hier vor Gericht stehen, gekommen ist.“

„Klar, also das Buch konnte ich nicht lesen. Ging einfach nicht. Bin immer schlecht drauf gewesen wegen dem Buch. Wenn wenigstens Bilder dabei gewesen wären. Als Film kucke ich mir ja sowas an. Obwohl ja mehr so Actionfilme mein Ding sind, Expandables, Machete, so ein Zeug. Aber so ein schöner Porno zwischendurch ist auch nicht schlecht. Der Eddie, bei dem ich das Rennen gekuckt hab, hat da ne ziemlich geile Sammlung.“

„Hat das mit der Geschichte zu tun?“

„Komm ja jetzt drauf, Moment.“

„Sehr nett, Danke“

„Als Film hätte ich es mir also vielleicht, obwohl, wird mir zu viel gequatscht. Beim Porno kommen die ja gleich zur Sache. Ist wahrscheinlich nicht das, womit Sie sich so abgeben, ist nicht so erhaben und edel, weiß ich selbst. Können ja nicht alle so sein. Steh dazu und meine Freundin, also ab und zu, ist ihr das nicht so unrecht. Aber das Buch, beim besten Willen nicht. Hab’s nicht fertig gelesen und völlig entnervt vom Balkon über die Brüstung geschmissen.“

„Brüste?“

„Ne, Brüstung. Hören se dochmal zu. Schlimm genug, dass ich so viel hier reden muss. Und auch noch alles wiederholen. Das Buch war also weg, unten auf der Straße. Musste mich erstmal beruhigen und hab mir ein Bier aus dem Kühlschrank genehmigt. Das kann ich sagen, mit Alkohol hab ich’s nicht so. Ab und zu mit Eddie, aber nicht oft. Kanns nicht leiden, morgens so verkatert zur Arbeit zu müssen. Also wenn, dann meistens am Wochenende. Kann man seinen Rausch ausschlafen. Sonst eher nicht. Das war jetzt die Ausnahme. War total frustriert von dem Buch. Und so hab ich vielleicht ein paar Bier zuviel getrunken.“

„Und konnten sich nicht mehr erinnern, was dann geschah? Wollen Sie das sagen?“

„Ne, so dicht war ich nicht. Aber auch nicht ganz auf der Höhe. Lag da also auf der Couch, noch total frustriert. Wusste aber, wenn meine Freundin kommt von der Arbeit, ist Nachtschwester, dann wird sie wissen wollen, wie das Buch gewesen ist und wird keine Ruhe geben. Und wenn se merkt, ich hab nur die ersten zwanzig Seiten gelesen und das Buch entsorgt, ist erstmal wieder Schluss mit Liebe. Dann darf ich wieder bei Eddie Pornos schaun. Raff mich also auf und will das Buch von der Straße holen. Müssen wissen, ich brauch meine Ration Liebe jede Woche. Sonst lauf ich nicht richtig rund. Ich also Schuhe an und raus. War schon kurz nach Mitternacht oder so. Keine Seele auf der Straße. Bis auf die verrückte Alte, die mit ihrem halbblinden Köter wohl noch Gassi war. Die sollten Sie mal sehen. Immer, wirklich immer so ’n Batik-Hemd, Latzhose und ’ne Indianerfeder im Haar, typische vorsintflutliche Ökotussi. Und den Hund, Ibiza-Promenadenmischung immer im Schlepptau. Sonst war da keiner. Aber das Buch hab ich auch nicht gefunden. Auf der Straße nicht. Sonst auch nirgends. Bin sogar halb unter die Büsche vorm Haus gekrochen. Fehlanzeige. Das war echt Scheiße, saudämlich. Wird ziemlichen Ärger geben. Nicht nur nicht gelesen, sondern auch das Buch verschlampt.“

„Und Sie sind wieder in die Wohnung?“

„Ne, zur Tanke, ganz in der Nähe. Die hat rund um die Uhr auf. Wusste, die haben da auch so Bücher, Krimis, aber eben auch sowas für Frauen, mit Gefühl, Leidenschaft, Intrige und so. Alles, was Frauen halt so mögen in solchen Büchern. Vielleicht, dacht ich, hätte ich ja Glück und das Buch hätten die auch gehabt.“

„Und? Hatten Sie?“

„Ne, leider nicht. Die hatten komischerweise überhaupt keine Bücher mehr. Dabei noch vor Kurzem, ich hol da manchmal Bier und was zum rauchen, hatten die welche. waren aber keine mehr. Stattdessen hatten die so ein Regal, wo vorher das Regal mit den Büchern und Zeitschriften war, Westendstorie, war wohl der Name von der Firma, stand auf dem Regal drauf, da lagen so Pakete, Geschichten zum Selbermachen. Fand ich eigenartig. Und weil ich sowieso nicht ganz beisammen war, habe ich eine von den Packungen aufgemacht. Der hinter der Theke, ein Studi wahrscheinlich, hat nichts mitbekommen. Was soll ich sagen, in dem Paket waren nur so Worte drin, so Steine wie bei diesem Spiel, wo man aus Buchstaben Worte bilden muss. Meine Alten wollten das immer mit mir spielen, konnt mich aber immer drum drücken.“

„Scrabble?“

„Ja, genau, Scrabble. Hab’s gehasst. Und die Steine sahen eben genauso aus, waren aber ganze Worte, nicht nur Buchstaben. Waren elf Stück. Dachte noch, für 24,95 Euro ganz schön stolzer Preis für so Worte. Und warum eigentlich elf? Was sollte das alles? Was kann man mit elf Worten schon anfangen? Wer kauft das? Und langsam wurde ich richtig sauer. Reicht es nicht, solche Bücher lesen zu müssen. Jetzt sollte man auch noch sich selber welche basteln müssen. Das gab mir den Rest. Hab ich halt aus jeder von den Packungen vorsichtig ein Wort rausgenommen und jede Verpackung wieder zugemacht. Sollten die mal sehen, wie sie mit nur zehn Worten sich Geschichten zusammenkleistern. Wenn die auch so blöd sind, dafür Geld auszugeben, haben se das nicht anders verdient.“

„Und was haben Sie mit diesen Worten gemacht?“

„Diesen Text zusammengekleistert. Haben Sie keine Augen im Kopf?“

„Werden Sie nicht frech!“

„Ich sag jetzt nichts mehr. Worte sind eh alle.“

„Dann bleibt mir nur noch zu sagen, Schuldig des Diebstahls und der Unterschlagung von Worten und des Verfassens eines wirklich ziemlich miesen Textes. Ich verurteile Sie zu 25 Jahren Blogabstinenz und der Lektüre von Shades of grey, und zwar alle Bände.“

„Das ist fair. Danke.“

Auftragsarbeit über fliegende Hirsche

„Einen Groschen für deine Gedanken.“, meint der Eine.

„Das sagst du jedesmal. Dann verrate ich Dir meine Gedanken und du sagst, du hättest gerade kein Geld dabei. Zwanzig Mal ist das bereits passiert. Du einen Beutel voller Gedanken, ich ohne Einkommen“, erwidert der Andere.

„Ich weiß das ja, wollte auch schon zur Bank. Aber ich bin noch nicht dazu gekommen.“

„Das letzte Mal haben wir uns vor zwei Wochen getroffen und Du hattest seitdem keine Gelegenheit an Geld zu kommen? Hast du die letzten vierzehn Tage verschlafen?“

„So ähnlich. Ich habe mir diesen Blog eingerichtet und komme nicht davon los. Es ist alles so aufregend neu für mich.“

„Davon lasse ich lieber die Finger weg. Glaube nicht, dass dabei irgendetwas Interessantes herauskommt, irgendwelche neuen Einsichten. Genausogut könntest Du auch darauf warten, dass Du fliegende Hirsche siehst. Wird auch nicht passieren.“

„Es macht mir Freude. Jetzt gehen mir aber langsam die Ideen aus. Meine Beiträge werden immer fader. Die Inspiration geht mir langsam flöten. Deswegen frage ich Dich ja, ob Du mir einen Gedanken hast. Du denkst immer so anders, so originell. Einmal noch, bitte!“

„Für nichts und wieder nichts?“

„Pass auf, ich überlasse Dir als Pfand meine Sammlung von Nummernschildern. Bis ich wieder zur Bank komme. OK?“

„Wie viele Nummernschilder wären das?“

„29.“

„Lass mich überlegen.“

„Und?“

„OK, abgemacht. Als Pfand. Und bis wann bekomme ich das Geld?“

„Ich gehe gleich morgen zur Bank. 20 Groschen bekommst du.“

„21. Du willst ja jetzt auch einen Gedanken von mir, oder habe ich Dich da falsch verstanden?“

„Stimmt, also 21 Groschen. Dann teil‘ mir mal deinen Gedanken mit.“

„Ich denke gerade an Knetmännchen.“

„Den Gedanken kenne ich schon. Erst heute etwas darüber gelesen.“

„Ach ja. Warte. Jetzt hab ich’s. Ich denke darüber nach, mir einen Pullunder zu kaufen.“

„Was? Nein. Ist ja total spießig so ein Teil. Fällt Dir denn nichts originelles ein.“

„Schwer schwer. Habe nicht so lange geschlafen heute. Kurze Nacht. Hast du das Spiel gestern gesehen?“

„Lenk‘ jetzt nicht ab, bitte!“

„Ja, gut. An was könnte ich denken? Ah, na klar, ganz einfach, ich denke darüber nach, mit welcher lustigen Schlusspointe ich diesen Text beenden kann.“

„Das ist gut. Darüber lässt sich etwas schreiben. Dank Dir!“

„Schon gut. Aber nicht vergessen, ist nicht umsonst.“

„Bekommst schon dein Geld. Pass aber bitte auf meine Sammlung von Nummernschildern auf, Sind einige Raritäten dabei.“

„Hey, ich pass schon auf. Kannst dich auf mich verlassen. Du musst jetzt gehen, der Text für diese Auftragsarbeit ist gleich zuende.“

„Ja, klar. Also bis dann, Herr Hund.“

„Nenn mich einfach Hund, Herr Hund. Wir kennen uns doch schon so lange.“

„Dann nenn du mich aber auch Hund, Hund.“

„Ist gut. Bis später, Hund.“

„Bis später.“

(Anmerkung des Autors: diesem Dialog liegt eine Anfrage einer Bloggerin, die Wolken liebt, zugrunde, die mich gefragt hat, ob ich einmal etwas über fliegende Hirsche, 20 vergessene Groschen, 14 verschlafene Tage und 29 Nummernschilder schreiben könnte. Hiermit bin ich dem nachgekommen. Es ist eine Auftragsarbeit und soll auch so behandelt werden. Für Anerkennung, lobende Erwähnung und drei warme Mahlzeiten tut Herr Hund so ziemlich alles. Weitere Angebote sind also erwünscht!)