Über die Wahrnehmung

Wir sind alle Puzzle, die nicht aufgehen. Höchst unwahrscheinlich, dass am (Lebens-)Abend das letzte Teil passend gelegt werden kann. Feilen und mit der Nagelschere störende Teile bearbeiten und stutzen, dass es passt, ist gemogelt.

Wir sind alle nicht Schloss Neuschwanstein in 5000 Teilen, schwer zu legen, aber aufgehend. Wir werden nicht fertig an einem regnerischen Samstagnachmittag bei Tee und einem Teller mit Keksen.

Wir sind immer Viele. Und die übrig bleiben, sind wir auch. Wir sind der ständige Wechsel unserer Vorstellungen und die der anderen.

Wir sind permanente Fremde in uns selbst. Wir sind Kolumbus. Wir sind unentdecktes Land. Wir sind der weite Ozean dazwischen. Und der endlose Raum. Wir sind Grenze und Überschreitung. Wir fliehen vor dem, der wir sind. Oder igeln uns darin ein.

Wir sind Heraklits Enkel und ständig im Fluß, mehr Werden als Sein.

Das alles als kurze Einleitung um nun in zwei sehr schematischen PowerPoint-Blättern zu zeigen, wie es sich mit mir verhält, verhalten könnte:

ICH

Nur dass zumeist ich nicht mit mir alleine bin und Korrekturen wie der folgenden Rechnung zu tragen habe:

ICH_PerspektiveII

Ich habe den festen Glauben, dass ich mehr bin als gesichtsloses Fleisch, bin aber überzeugt -und die Einleitung sollte das deutlich machen- dass ich auch solch Fleisch sein kann, solche Muskeln und Sehnen, solch anschauungswürdiges Menschenmaterial, solch formvollendete Bein-, Schulter und Rückenpartien.

Doch dieses Ich puzzelt noch. Warten wir das letzte Teil erst ab, bevor wir uns festlegen wollen.

Bis dahin grüßt und wünscht noch einen schönen Tag die meisten von mir, wenn nicht sogar alle.