Herr Hunds Höhlen- und Mützengleichnis

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Nennt mich platonisch. Ich bin es nicht. Überhaupt nicht. Ich bewohne eine Höhle. Und besitze mehrere Mützen, die mir die Ideen warmhalten. In meiner Höhle gibt es Schatten.  Und manchmal ist es ziemlich kalt. Vor Schatten habe ich keine Angst. Kälte ist ganz etwas Anderes: ich hatte dieses Jahr bereits den dritten Schnupfen. Den größten Schatten in der Höhle wirft ein Hund mit Mütze. Mancher könnte sagen, Hund und Schatten von Hund sehen mir ähnlich. Ist aber nur einer da. Der will das nicht bestätigen. Die anderen Schatten in der Höhle sehen sich vor. Der Schatten, den mancher für meinen halten könnte, zieht schneller, wenn’s sein muss.

In der Höhle brennt ein Licht, mein eigenes, das tropft und versaut mir den Kittel. Nicht schlimm, Nebenwirkungen, mit denen ich leben kann. Meine Mützen sind vom Wachs nicht betroffen. Die trage ich auf dem Kopf. das Licht ist darunter und die Nebenwirkungen betreffen noch Tieferes. Eine Sonnenbrille trage ich nicht, obwohl ich der Typ dafür wäre. Das Licht ist keine helle Sonne. Eine Sonnenbrille wäre overdressed. Was hinter mir ist? Ich vertraue darauf, nichts Wichtiges. Ich achte auf das Licht, die Flamme, ein wenig auf die Schatten. Außerdem: ich hab es ein wenig mit dem Hals. Plötzliche Bewegungen wären schmerzhaft.

Natürlich, ich gehe auch hinaus. Bei gutem Wetter wie bei schlechtem. Und nein, dafür muss die Sonne nicht scheinen. Eine Mütze ist allerdings immer dabei. Es ist die gute. Aber kein Licht darunter. Eine Sonnenbrille müsste ich mir erst noch kaufen.

Und stelle fest, draußen ist mehr Höhle als drinnen. Die Schatten sind größer, manche größer als ich. Doch schneller ziehen kann auch keiner von ihnen.

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