XXXV. Das Meer so

AF95067C-5418-448F-980D-B07650B4908A

„Meer ist auch nur Wasser. Der Horizont ein Strich. Wasser ist Luft, nur dicker. Luft ist Nichts. Wasser ist dickes Nichts. Der Sand kratzt mir am Po.“

Das ist Tischer? Tischer ein Dichter? Worte sind doch nicht seins. Ist bekannt, ja? Sind lange her, die Tischer-Aventiuren. Wer‘s nicht weiß oder vergessen hat: Tischer liebt Aventiuren ja, Worte, zu viele davon, also mehr als „Hopp Hopp“ und „Dahin, dorthin, schneller jetzt“, nein. Sehr verwunderlich das Ganze also. Tischer ohne Dichterlederjacke dichtet. Hat keine Locke, aber dichtet. Was ist geschehen?

Das Meer. Die Monotonie und Eintönigkeit. Der graublaue Himmel. Keine U-Boote. Keine Zeppeline. Keine Wasserfeuerdrachen. Ein großer Ast ist die größte Abwechslung im Bild. Ein großer Ast ist keine Aventiure. Kein Hobel und kein Hammer, um aus dem Ast eine Dschunke mit Kabinen zimmern zu lassen. Kein Baumarkt irgendwo, der Hobel und Hammer verschenkt. Kein Geld, um etwa mich irgendwo hinzuschicken, dass die Dschunke später auslaufen könnte, die Ostsee runter, den Amazonas rauf und einmal Länge mal Breite quer. Nichts.

Es ist lediglich eine Vermutung, aber Dichter sind empfängliche Seelen, die nur keine Dschunke haben. Niemand mit Dschunke würde dichten. Das wäre doch eine falsche Prioritätensetzung, ganz überflüssig wäre das. Oder kennt nur einer einen Dschunkenkapitän oder -eigner, der dichtet „O du mein Herz, O du mein Weh etc.“? Was zu beweisen war.

Und so passierte es, leidenschaftlicher Tischer ohne Dschunke, die ganze Aventiurensehnsucht bahnt sich ihren Weg und verdichtet sich. Ist es gut? Sagt mal, ist das so das gängige Niveau? Berührt es gar? Ist es Symbolismus oder Pflaumenmus?

Allerdings und offen gestanden, es war nur ganz kurz, eine minimale Schwäche, die sich Tischer erlaubte. Diese paar Zeilen sein Wortwerk. Mehr kommt vorerst nicht mehr an Gedichten, wenngleich durchaus es da so ein Buchprojekt gibt, das unser Gestreifter mit sich herumträgt, während ich Tischer trage. Das Projekt ist noch nicht sehr groß, so kann auch Tischer noch leicht getragen werden. Allein sollte es wachsen und Dichtung ansetzen, so könnte ich bald eine Schubkarre brauchen bzw. selbst eine Dschunke für den Seeweg.

Tischers Projekt, sofern ihn ernste Aventiuren nicht aufhalten, ein Wurstbudenführer, weltweit, die Besten natürlich nur, mit Senf aus Eimern und Ketchup dazu und darunter Würsten. Das wäre ein Werk und könnte mithalten, sich einreihen glatt. Und in hundert Jahren, sollte es dazu kommen, hat wirklich jeder Tischers Wurstbudenführer als Paperback oder 3D-Film immer dabei, pilgert entlang der Wege von Bude zu Bude, die auch Tischer getragen wurde und isst an den Orten die Wurst, den Senf und das Ketchup, wie es im Werke steht und von Tischer in Jamben oder eigenem Versmaße gedichtet wurde. Vielleicht machen die, die es ernst nehmen und empfänglich sind dann auch diese ganz bestimmte poetische Erfahrung, sofern einer überhaupt die Wurstbudenerfahrungen eines Tischers machen kann, ist er nicht Tischer selbst.

Wir werden sehen.

Falls einer der Blogger dann ein Rezensionsexemplar haben möchte, Vegetarier sollte er nicht sein. Das würde das Ergebnis verfälschen.

Advertisements

Das Maul voller Summser,…

…voller Pollen. Und den Pelz voller Zecken, am Ende des kurzen Tagtraums.

Allergiker, Süßgräser, aber wenn ich so, den Kopf aufgestützt aus dem Fenster schaue, es regnet, auf der anderen Seite der Netto, Straßenbahnen (Trams) und Autos fahren vorbei, und es regnet weiter, falle ich in einen kleinen Tagtraum, zuträglich noch das Lieblingslied vom morgen im Ohr

und fliege, aber nicht hoch, nicht über schneebedeckte Gipfel oder gar zu den Sternen, sondern flach über den Boden hinweg durchs Gras, zwischen Wildblumen, immer der nächsten Hummel oder Biene folgend, im halbernsten Spiel verfolgend, überall um mich Halme und Blüten

und Sonne drüber, wenige Wolken, statt der Arme breite ich die Ohren aus, Columbo’s Hund, heißt „Hund“, (die Folge vom Vorabend) streich den Herr, nur Hund und fliege…

370213b56a3a7c1f737451c7e1f0694a

lande aber mit vollem Maul nach erfolgreicher Jagd im Sauseflug den Summmsern nach kurz drauf schon wieder, ein Kunde. Die Zecken schüttle ich kurz ab, „Bitte sehr, womit kann ich helfen!“ (obwohl man mit vollem Mund nicht sprechen soll)

Und draußen regnet es weiter.

Bis zum nächsten Flug.

 

Ohne Abschluss

Würde sagen wollen, ganz überrascht nach den großen Ferien. Nur so war es nicht. Vielmehr so häufig, wie dieses Mal auch, geschwänzt. Die Sonne an diesem Tag so schön, an jenem das Leben so offenherzig, ich abgelenkt, ändere die Pläne und gehe vorbei. Gut möglich, es gehöre sich, auf den Lehrplan, zu schwänzen geradezu. Nicht jeder Lektion zu folgen, sie gewissenhaft aufzunehmen, sondern lieber herumzuschlawenzeln irgendwo und sich selbst schmunzelnd einen Reim zu machen.

Ich glaubte das die letzten Tag wohl zu sehr, dauerschwänzte, stand jetzt davor, Grundschule Joachim und musste feststellen, sie steht nicht mehr, nein, nicht etwa abgebrannt, glaube ich, sondern allein nur ein leerer Platz.

Ringelnatz, sonst stets anwesender einziger in einer Person Lehrer, Rektor, Hausmeister und Herausgeber von Pausenmilch und -brot, sogar ein wenig Tabak mitunter, alt genug die Schüler, also ich, nicht aber so weise, um nicht noch zumindest diese Schule besuchen zu können, war ebenso verschwunden. Keine Menschenseele, nichts zu hören, kein „La Paloma“, da erste Stunde Musikunterricht, Stille.

Wo bekommt Herr Hund seinen Schalk nun her, endgültige Form? Die Nase nichtmal ansatzweise ausgewachsen, kümmerlicher kleiner poetischer Zinken, mehr als Millimeter, die fehlen.

Es steht, verlassen, Muschelkalkweg, linke Straßenseite, ein gefühlter 8-Jähriger vor einem großen leeren Platz, schlechter Schüler, viel zu lernen, wenig gelernt, hätte auch freiwillig nachgesessen, kann es aber, nach einiger Zeit sieht er es ein, trotz seiner Unreife, nicht mehr herbeiändern und kramt hervor kurzen Stift, Bleistift natürlich und ein Papier, Umpapier von einem Kaugummi und schreibt nichts Witziges, nichts Geistreiches, aber wenigstens fehlerfrei, einfach

DANKE!

hängt es an den Baum, an dem er eben noch lehnte, vis-a-vis des leeren Platzes, des verschwundenen Blogs, summt oder pfeift, wie er es kann, das eine kleine Lied und schwänzt letztlich davon, während die Sonne ihn an dem, was eine kolossale poetische Nase hätte werden können, sanft und verständnisvoll kitzelt……wird schon!

XVII. Diplomatie

Aventiuren gehen nicht ohne Schmutz. Das ist Naturgesetz. Und da Tischer so ziemlich Natur ist, fällt er darunter. Uns fielen Streifen auf, die vorher nicht da waren. „Hab mich befördert“, meint Tischer. Verdient hätte er es. Aber mehr von Mut, als Tischer hat, das ist Utopie. Es soll nichts Unwahres erzählt werden.

Nein, Tischer ist Obergrenze an Mut. Die Streifen kommen woanders her. Wie beim letzten Mal und beim Mal davor und davor und immer Tischers Erklärungen, also die eine. Dazu das leichte Zittern, denn er weiß, was ihn erwartet. Jenseits der Obergrenze von Mut wird es feucht. Und eigentlich ist das geklärt zwischen Tischer und feucht: jeder bleibt auf seiner Seite. Sie teilen sich das Ganze, als wär’s Chicago, Al Tischer und Al Feucht.

Jetzt krieg die mal zusammen, wenn da zu viel Streifen sind und Tischer vielleicht Gefahr läuft, übermütig zu werden. Da muss was getan werden, auch in seinem Interesse. So ein Zusammenkommen von Al Tischer und Al Feucht findet 2 bis 3 Mal im Jahr statt. Es soll friedlich bleiben, also dass „es kein böses Blut“ gibt. Das kostet Nerven, uns Unbeteiligte. Man wird da so hineingezogen und muss da durch.

Es gibt einen. der sowieso der Klügste von uns ist, der schnell gelernt hat, nämlich Marcel. Er hat ein ausgleichendes Wesen und ist auch sonst nicht auf den Kopf gefallen. Ein Diplomat, wie ihn sich die Uno wünschen würde. Angefragt hat sie noch nicht. Und außerdem, mit Tischer, da hat er schon genug zu tun. Nimm alle Weltkrisen zusammen, das Spitz auf Knopf, nicht das Dumme daran, und du kommst so ungefähr an das heran, was ein Tischer sein Tagwerk nennen würde. Und Marcels Tagwerk, sofern er nicht die Nase tief versenkt hat in Tolstoi oder einen anderen Dickseitigen, besteht darin, Tischer wenigstens so ein wenig in der Spur zu halten. Marcels Genius werde ich nie durchschauen. Er schafft es einfach. Also hin und wieder, denn Genius vs. Tischers Rabaukerei, das ist ein offenes Spiel mit ungewissem Ausgang.

Es sollte erwähnt werden, die beiden sind fast so etwas wie Brüder. Das kann zur Erklärung helfen, muss aber nicht.

Jedenfalls so ein richtiger Brocken in Marcels Aufgabenbereich ist die Sache mit Al Feucht und den überzähligen Streifen von Tischer. Marcel ist klug genug (möglich, dass das irgendwo bei Tolstoi zu lesen ist), dass er weiß, Diplomatie erfordert bisweilen Opfer, von der unangenehmsten Sorte: mit gutem Beispiel voran. Denn ja, auch unser Marcel hat es mit Al Feucht nicht so, erstmal.

Al Feucht löst bei ihm, und er kann es mit seinem Genius einfach nicht in den Griff kriegen, das ziemlich gleiche Zittern wie bei Tischer aus. Wenn nicht so schon, im Zittern sind sie verbunden, Eigentlich ein sehr interessantes Phänomen, das uns Unbeteiligte da jedesmal aufgeführt wird.

Nichtsdestotzrotz, das Zittern kann nicht verhindern, dass Marcel weiß, wie wichtig es ist, zu einer friedlichen Übereinkunft zu kommen, von wegen Balance der Kräfte undsoweiter. Er schreitet also voran, in einer Angelegenheit, bei der Tischer das einzige Mal (sehr wichtig: nicht weitererzählen!) in Ziemlich höchstens Zweiter ist. Und das wäre dann fast schon Lusche.

Marcel, man bedenke, es sind keine Nacktwochen, womit bewiesen wäre, wie brenzlig die Situation ist, legt sein Jacket ab und geht in die Konfrontation mit Al Feucht. Er bereitet das Feld für Tischer, wenn man so will. Und Tischer, scheinbar, weil er nicht will, dass da noch einer kommt und er wäre dann höchstens Dritter, also ganz sicher Lusche, mit ebenso leichtem Zittern wie Marcel vor ihm, konfrontiert sich auch mit Al Feucht. Und so kann das Saubere-Wäsche machen, wie es in Chicago genannt werden würde, beginnen.

DSCF3391Wobei Wäsche ist da ja nicht. Das abgelegte Jacket ist bereits erwähnt. Aber selbst Tischer geht ohne Hose und Tuch in diese Konfrontation. Rituale wahrscheinlich. Doch wenn es gut ist und hilft, den Frieden wieder herzustellen, dann also nackt. Vielleicht sollte bei eskalierenden Krisen eh mehr nackt diplomatiert werden. Das müssen die wissen. Hier bei uns, da scheint es zu funktionieren.

DSCF3390Mitten drin in der Bereinigung nehmen Marcel und Tischer die Sache auch sehr ernst und sind sehr gründlich. Marcel wird seinem Al Bruder sicher den ein oder anderen Hinweis geben und der wird sich, so klug ist er dann schon, danach richten. Trotzdem, es dauert. Nicht gerade einen ganzen Tag, aber doch so lange, dass angedachte Aventiuren oder das Versenken von Nasen in Tolstoi erst einmal verschoben werden müssen.

Tatsächlich, dank Marcels Geschick und Tischers Folgsamkeit -die Bläschen, die er gelegentlich hat aufsteigen lassen, tun dem keinen Abbruch-, entspannt sich so die hochbrenzlige Situation und……….

DSCF3386…..,wenn man es nicht besser wüsste, so könnte man den Eindruck gewinnen, die beiden fangen an, sich wohlzufühlen. Was Diplomatie so alles erreichen kann. Jetzt, das Anstrengende hinter sich gebracht, lässt auch Marcel das ein oder andere Bläschen steigen. Der Frieden ist wieder hergestellt. Mehr als das.

DSCF3393Denn wie es aussieht, sind Marcel und Al Tischer sauberer aus der Sache herausgekommen als Al Feucht. So macht man Geschäfte, so wahrt man den Frieden. Und das Erreichte in trockene Tücher gebracht, ist wieder Ruhe für einige Zeit.

Ich bin sehr stolz auf die Beiden.

Doch jetzt, Bitte!, rasch wieder angezogen. Es sind Damen unter den Lesern. was sollen die denken, bzw, wer soll sie aufhalten, wenn sie das noch länger sehen?

Das kleine Männchen (oder besser: Weschen) BAFF

Es ist kein Märchen, das nur kleine Kinder glauben vor dem Schlafengehen. Es gibt es wirklich, erscheint und verschwindet, und wenn es da ist, mal länger mal kürzer, dann bleibt eben diese Zeit stehen, nicht zu sagen, wie lange sie das tut.

Dies Männchen oder besser Weschen ist stumm und wie es einem die Zeit für Momente nimmt, raubt es einem die Sprache auch. So wie seiner und dessen einer Mund geschlossen ist, so groß sind seine Augen, unglaublich groß, ozeangroß und die Ohren auch, die Nase, alle Sinne, der Verstand, der gar nichts mehr weiß, weil so viel kommt da hinein in diesem Ewigkeitsmoment.

Das Weschen BAFF hat ganz krauses wildes Haar, kreuzquer wie die Allegedanken im Kopf des einen, dem es Gesellschaft leistet für Riesenaugenblicke. Und alle möglichen Farben und Eindrücke sind sein Kleidchen, ein Tohuwabohu, von dem sich nicht losreißen ist.

So nach und nach, die Uhr beginnt zu ticken, verschwindet das BAFF, so wie das Kreuz und das Quer langsam in eine Ordnung kommen und der eine die Worte wieder zu greifen bekommt. Die schönübertriebenen Farben von Gerade noch wollen in die Worte, die so eng sind für die Begegnung mit dem kleinen Weschen BAFF.

Das bis es wieder kommt, mit Bestimmtheit, hinterm Horizont verschwindet, die Welt sich wieder überlässt, seiner Zeit und den Worten, die es nicht festhalten konnten….das BAFF!

Ich hatte die letzte zeit so einige Momente, da mir das BAFF auf den Schultern saß. Wie angenehm war das Wirrwarr, die Freude in der Sprachlosigkeit, an die beide ich mich erst gewöhnen musste, ich gebe es zu. Jetzt, nachdem es so oft mich besuchte und mich verwuschelte, nenn ich es einen bei bester gelegenheit-Freund…….das nicht kommt, wenn man es erwartet, aber für es ein Plätzchen freihält

Danke BAFF……….Danke an die, die wissen, warum das BAFF auf meinen Schultern saß und ich für Momente keine Worte fand und dann später vielleicht nur weniger bunte.