Lukas Bärfuss / Hagard / Wallstein Verlag

Wie ein Bauplan oder eine Faltkarte eines Streckennetzes einer x-beliebigen Großstadt liegt eine Geschichte nicht ausgebreitet vor einem da. Man kann schon die einzelnen Seiten aus dem Buch heraustrennen, auf einem Tisch, der groß genug ist nebeneinander legen und sein Inhalt offenbare sich dennoch nicht in Gänze vor einem: da der Anfang, die Höhepunkte da und dort, den Verwicklungen hier folgen, der Schluss rechts unten, wo Ende steht.  Ein Buch ist keine Anweisung und kein Ratgeber für’s Leben und natürlich sind damit die erzählenden und dichtenden Bücher gemeint; es gibt andere zur Aufzucht von Ziervögeln etc., die direktere Hilfe anbieten mögen.

Ich las, weil ich lernen wollte, und ich hatte deshalb nichts verstanden, weil es bei Walser nichts zu lernen gab.

Schreibt Bärfuss über seine Lektüre von Robert Walser, seinem Schockerlebnis. (in Stil & Moral: Der Augenblick der Sprache) Und schließt darin:

Seine Literatur fragt mich nicht, wer ich bin, was ich kann, was ich gelesen habe oder wie groß mein Wissen ist. Sie fragt mich bloß: Bist du bereit? Willst du sehen?

Ich wusste zunächst nichts anzufangen mit Lukas Bärfuss‘ Roman „Hagard“ und wahrscheinlich nichts mit all den anderen Büchern, die ich bislang gelesen habe, was ich einfach sagen kann, denn es ist der große Vorteil eines Blogs, im Grunde alles sagen zu können und ansonsten unverständlich zu bleiben, folge man nur gewissen grammatischen Regeln und gebe nichts darauf, keine allzu große Resonanz zu erzeugen.

Wusste nichts anzufangen und meine damit, dass ich ihn mit größter Freude gelesen habe, diesen grandios gescheiterten Roman, der auf nichts hinausläuft. Und natürlich hätte ich in der Erzählung von einem Mann, der aus der Menge heraus eine Frau entdeckt und ihr folgt, dabei seine herkömmliche Existenz auf’s Spiel setzend, dem es aber nie gelingen mag, ihr Gesicht zu sehen, sonstwelche Krisen, die des Mannes im mittleren Alter oder die ganz große der Jetztzeit, die es verlernt hat, im Moment aufzugehen, stattdessen an der digitalen Leine durchs Leben (sic!!!) geführt wird, lesen können. Wäre möglich gewesen, es so zu lesen und wahrscheinlich weitaus richtiger. Ich könnte sicherlich die seltsamen Brüche und Perspektivenwechsel ansprechen, als hätten etwa zur Mitte des Buchs die Autoren erstmal ein halbes Jahr gestreikt und andere hätten dann das Buch weitergeschrieben.

Aber das muss mir nicht wichtig sein. Nicht die Midlifecrisis, nicht die Zivilisationskritik, nicht Brüche und Bärfuss‘ Sprachvirtuosität. Mich beschäftigt vielmehr die Frage, warum der Mann sich auf der Rolltreppe, als er endlich die Frau ein- und überholt hat, es nicht fertigbringt, sich umzudrehen und ihr ins Gesicht zu sehen.

Drehst du dich um, Orpheus, verschwindet sie.

Mir geht es mit Büchern so ganz ähnlich. Wie ein Getriebener folge ich ihnen, hole sie ein, verstehe etwas, deute, sie verschwinden. Und auch etwa ein Bärfuss schreibt, um sich einer Sache zu vergewissern, aber diese entzieht sich permanent, derweil das Leben weitergeht.

Wenn Du ihr Gesicht siehst, wirst du alles wissen und nichts mehr erfahren. Du wirst ihr Gesicht entschlüsseln. Du wirst deuten. Und wenn du deutest, dann siehst du nichts mehr. Du wirst wissen, was sie denkt. Wie sie die Welt anschaut. Du wirst verstehen, aber du wirst nicht mehr sehen. In allen Dingen muss ein Geheimnis bleiben, das uns zum Sehen bringt. Was wir verstanden haben, ist verloren.

Ein Autor (Dichter, wer will), weiß nicht, will wissen, scheitert am Ende immer, jedoch nicht, solange er schreibt, solange er im „Augenblick der Sprache“ (Stil & Moral, S.59) sich befindet.

So lese ich „Hagard“, als eine Geschichte des Moments, durchaus lebensgefährlich, eine Geschichte des Scheiterns, aus der nichts hervorgeht, weil sie schon immer vorbei ist, wenn sie erzählt wird.

Was lernen wir daraus -dennoch-? Für das Lesen, für das Leben vielleicht:

Es gibt nur den wahrgenommenen Moment, ob schön oder hässlich, das ist einerlei. Diesen Moment können wir nicht konservieren, seine Essenz nicht zusammenfassen, wir können bloß versuchen, aufmerksam zu sein, bereit, offen, leer. (Stil & Moral)

Nehme es mir zu Herzen. Mehr geht nicht.

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Lukas Bärfuss: Hagard, Wallstein Verlag 2017 / Lukas Bärfuss: Stil & Moral, Wallstein Verlag 2015

Hinübergehend zu einem weiteren Beitrag, weiterführend, bitte hier entlang, zu literaturleuchtet.

 

 

 

 

 

 

Wie an einem Fluss im Sommer

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Es hat sich mir nicht an den Hals geworfen, ich hatte es nicht gesucht. Dieses Lesen ergab sich einfach. Und mag es sonst stimmen, dieses war keine Achterbahnfahrt, eher wie das Verweilen an den Ufern eines trägen Flusses.

Die Geschichte war wie das Hineinhalten eines Stocks in seine Strömung: ein kurzer Wirbel, ein wenig ändert sich scheinbar der Lauf, doch gleich ist’s wieder so, wie immer, gleichzeitig Traurigkeit und Trost.

Das Lesen selbst war ohne Extreme, von mittlerer Temperatur, vertraut die durchaus originelle Geschichte. Alles, was man tut, alles, was man unterlässt, für einen selbst, wie für einen anderen, eine Liebe, die man eingesteht oder vor der man verstummt, es ändert einen Lauf -scheinbar-, doch der Fluss zieht weiter.

Entziehen aber kann man sich beidem nicht.

In „Ein Brautkleid aus Warschau“ verfolgte ich Marlenas Geschichte, wie ich einen Fluss an einem heißen Sommertag beobachten würde. Keine besondere Unruhe stellt sich bei mir ein, zwar „passieren“ die Dinge, die Liebe zu Natan, die Schwangerschaft, die Heirat nach den Niederlanden, die Rückkehr, das Verstummen des Sohnes, aber doch ist es nicht ein ungewisser Ausgang, der mich bewegt, denn irgendwie weiß man schon, es geht einfach weiter, nein, es sind die Menschen, die mir begegnen: ich kenne sie. Und so habe ich Sympathie für sie.

Warum gehen sie einen mehr an im Lesen? Sie begegnen einem täglich. Da nimmt man selten wahr, wie es um sie steht. Da ist man selbst ein Mensch, der unterlässt, wo er etwas hätte tun sollen oder wo er das Falsche tat. Ständig. Wo man aber die Sache nicht überschaut und es für das Ganze hält.

Wie die Liebe so etwas ist. So ein scheinbar Ganzes, ein Umfassendes.

Was richtig ist, was falsch und zu welchem Zeitpunkt, das wird man erst im Nachhinein (wo/wann ist das?) vielleicht erfahren können. Das Schöne an dem Buch, es erzählt es, ohne es zu entscheiden oder zu behaupten. Es erzählt diese „Ohnmacht“, die Leben bzw. Liebe heißt.

Lot Vekemans, Ein Brautkleid aus Warschau (Wallstein-Verlag)

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Risse in den Fassaden schöner Kunst – Ralph Dutli „Die Liebenden von Mantua“

Unsere Erinnerung täuscht uns immer wieder, sie liegt ganz nah am Wahn … am Roman.

Und wenn wir zu viel wissen, folgt meist die Ent-Täuschung. Was guten Autoren gelingt, ist, sie verstehen, zu verbergen, was sie bereits wissen. Sie erwecken den Eindruck alles, was in ihren Geschichten geschieht, geschieht ohne ihr Zutun. Wenn Autoren ihr Wissen zeigen, so kann das für die Geschichte schädlich sein. Wir befinden uns dann in einem Vortrag. Professorale Literatur. Literatur von vorne, würde ich sie nennen wollen und einer etwa wie Eco wäre ihr Stammvater.

Das Kapitel etwa mit dem Ohrenschmalz der Wale. Der lagert sich ab, über Jahre. So sollte Erinnerung sein, wie eine Black Box. Das ist alles nett geschrieben, durchaus bedenkenswert, durchaus mit Pointe. Wenn es nur dabei bliebe. Denn es kommen noch ein paar Sätze zum Ohrenschmalz der Wale hinzu. Da muss man stehenbleiben, wo man doch schon weiter wollte in der Geschichte. Wo die Geschichte weiter wollte. Der Autor lässt sie nicht. Er weiß noch zwei, drei Dinge zum Wal zu sagen.

2007 FuErdbeben-Zerrissene-Zeit-Eine-vom-Beben-am-20nd zweier eng umschlungener Skelette bei Valdaro in Italien. 2012 Erdbeben in Norditalien, Tote, Beschädigungen an zahlreichen historischen Gebäude, Risse in den Renaissance-Fassaden. 2015 bringt Ralph Dutil in seinem Roman „Die Liebenden von Mantua“ diese beiden Begebenheiten zusammen.

Ja, es ist ein Riss, ein Riss in allem Schein! – So schwappt das Licht herein.

Oder Dunkelheit und Wahnsinn.

Zuerst aber findet sich die Kunst, die Liebe, das Ewige. Renaissance heißt Überbietung. In der Malerei neue extreme Perspektiven, einer wie Mantegna ein Meister darin. Was geschaffen wurde, der terremoto (ein in seinem Klang viel treffenderes Wort als das deutsche, sanftere ‚Erdbeben‘) nimmt darauf keine Rücksicht.

Es begegnen sich wieder zwei Freunde in Mantua, Raffa und Manu. Raffa sucht nach Spuren des Erdbebens von 2012, Manu die Liebenden. Die sind verschwunden. Bald darauf verschwindet auch Manu; er wird entführt.

Das Buch aber liest sich wie ein Reiseführer. Tatsächlich wird man von Ort zu Ort geführt. Und wie man erst im Reiseführer weiterliest, wenn man angekommen ist bzw., wenn man wissen will, wo man hingehen soll, liest es sich so am besten. So funktioniert es. Die Geschichte ergibt sich nicht, keineswegs wird man von ihr fortgerissen.

Und auch Raffa, nachdem sein Freund verschwunden ist, lässt sich erst einmal Mantua zeigen. Der Blick hinauf, bis der Nacken schmerzt.

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Siehst du, wir halten es nicht mal eine Stunde in der Renaissance aus!, sagt seine fremde Führerin. Wir sind zu unbegabt dafür…

Dennoch wird weiter vorgetragen. Über die Stunde hinaus. Raffa ist keine handelnde Figur, er ist Tourist. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner Führerin, Lorena, sie berührt nicht. Obwohl es durchaus Momente hat. Doch sofort folgen weitere Reminiszenzen. Das nächste Kunstobjekt, es wartet.

Raffa beginnt sich nach schlichter grauer Betrübtheit zu sehnen, nach perfekter Melancholie und gottverdammter Traurigkeit meinetwegen, nur nicht mehr das lustpeitschende Bacchanal dieser Fresken…

…etc. Und mir als Leser erging es ebenso. Es ist ein schmaler Band, dieses Buch, allein man geht hindurch wie in einem Museum, langsam und in Etappen, bleibt stehen, betrachtet, während man vielleicht viel lieber das Leben draußen beobachten möchte, jenseits von Holzrahmen und Sockeln.

Man wünscht sich für das Buch selbst ein Erdbeben, dass die Fassaden einstürzen und die Geschichte freigelegt wird. Die ist nämlich im Grunde sehr interessant. Da ist die Entführung, ein halb wahnsinniger Comte will eine neue Religion gründen und der entführte Manu soll dazu eine Charta der Liebe verfassen, die „Liebenden von Mantua“ als ihr stärkstes Symbol. Nur ist die Geschichte ausgestellt wie in einem Glaskasten, so wie die Liebenden selbst. Man ist nicht darin, man steht herum und schaut sich die Exponate an.

Die Dialoge sind mitunter so, als würden sich Audioguides miteinander unterhalten. Was der eine einwirft, wird vom anderen ignoriert; er/sie hält weiter seinen Vortrag. Das ist das Schwächste: die Figuren interagieren nicht. Allein in ein paar Rückblenden, etwa in den kurzen Episoden von Manu und Laure in Paris, bewegt es sich:

Als sie in die Rue Daguerre hinaustraten, schneite es wie an den Polen der Welt, Schnee ist Schnee, aber wenn es in dieser Stadt schneit, glaubt man sich auf einen anderen Stern. Sie gingen zum Friedhof Montparnasse und lasen wieder den Grabspruch des peruanischen Dichters, der im Pariser Schnee umkam: ich habe so viel geschneit, damit Du schlafen kannst.

In Mantua allerdings bleibt alles Museum.

Ich gehe selbst sehr gerne in Museen, dort, wie hier in dem Roman steht scheinbar die Zeit still. Das tut sie nicht wirklich und nicht lange und sie wird einem lang. Dann geht man an die frische Luft. Vieles in dem Buch, das zum Nachdenken anregt.

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Ralph Dutli „Die Liebenden von Mantua“, Wallstein-Verlag

Ein Buch, das mir gefällt, sofern ich mich als Reisender darin bewegen kann, Pausen machen kann. Kluges wird gesagt, die Neugier angeregt. Als Roman oder gar als Liebesgeschichte ist es aber misslungen.

Das weiß ich, da ich in einem einzigen Bild, gefunden zur Zeit der Lektüre auf der Seite einer Bloggerin eine Liebesgeschichte lese, die mir näher geht und mit weniger   Worten auskommt:

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„Love“, copyright by Jaqueline Krone –

 Dennoch, obwohl es eine Arbeit war, hat sie Spass gemacht. Ich weiß gar nicht, wie man darauf kommen kann, es müsste einander ausschließen.

 Zum Blog von Frau Krone: https://bildundschrift.wordpress.com/2015/09/07/love/comment-page-1/#comment-48

Ironie und Würde

„Wer sind Sie denn, dass ich Ihnen etwas empfehlen könnte?“. Möchte ich sagen und den Blick senken. Buchempfehlung, wie geht das? Auf’s Geratewohl dem anderen ein Buch ans Herz legen oder davon abraten, weil man selbst entsprechende Erfahrungen damit gemacht hat?

„Hat in mir etwas ausgelöst, zum Klingen gebracht.“ Das will ich doch meinen. Es wäre vertane Zeit, wenn dem nicht so wäre. Allerdings, und da wird es spannend, es wäre herauszurücken mit dem, was es denn nun da drinnen bewegt hat, Gedanken, Gefühle etc. Man muss ja nicht gleich persönlich werden, aber lediglich zu sagen, „sollten Sie lesen, war toll“, will mir nicht ausreichend scheinen.

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Eine ganz unironische Geschichte von einem der eine ironische Person genannt werden kann. Was ist Ironie, wenn sie den Boden unter den Füßen verliert, verloren hat.

Du musst die Dinge ernst nehmen, bevor Du sie ironisch behandelst

Da spricht NC, Nies, seltsamer Kerl, Kauz, eigensinniger Mensch. Als er dreizehn war, nahm das Leben ihn nicht ernst, brachen seine Eltern nach Kanada auf, ließen ihn bei seinem größeren Bruder zurück.

Es ist so wichtig, dass man jemanden hat, auf den man sich verlassen kann, fügte die Mutter hinzu.

Ihr neues Leben in Kanada, seinem war das Urvertrauen genommen. Ab jetzt nur noch nach seinem Kopf. Sein älterer Bruder wird Bankmann, er bleibt ziellos.

Nichts gilt ihm was. Selbst Worte, „aus Buchstaben zusammengesetzte Sklaven“ können so oder so gemeint sein. Wortspiele ohne Gültigkeit, Ironie ohne Witz. Es ist hier die Geschichte ein wenig öde.

NC wird Hausmeister, unter anderem, ist Flaneur, streift durch die Stadt, nur nichts genau kennenlernen, nur nicht zu sehr sich auf etwas einlassen, begegnet er einem dreibeinigem Hund, dessen Behinderung man gar nicht wahrnimmt.

Ironie ist, das Leben so nehmen, als wären da vier Beine, obwohl es nur drei sind. Ist sicherer Stand und Gang als ob. Ironie ist nicht, das Leben nicht anzunehmen, weil etwas fehlt.

NC wird Leichenbestatter und lernt eine andere Sicherheit im Leben kennen: den Tod. Dabei bleibt er am Anfang in ironischer Distanz. Doch Bestatten ist nichts Unverbindliches wie ein Hobby. Er lernt zunächst die Ruhe der Toten kennen, ihre Schönheit, die Würde, die nichts Ironisches an sich hat.

Wer aber einmal so ist, wie er ist, der ändert sich nicht gleich. NC ist  nicht ganz der sympathische Kerl. Er wirkt bisweilen überheblich und arrogant, bricht einmal sogar eine Nase. Seine Originalität besteht oft nur in dummen Ideen.

Dabei hat er seine philosophischen Momente.

Vielleicht ist Würde nicht immer das, was man glaubt, sondern das Bestmögliche in der Situation, sagte NC.

Nur, was ist, wenn diese Einsichten den Zumutungen des Lebens wie des Todes nicht immer gewachsen sind. Denn wer weiß schon, was das Bestmögliche ist. Nicht immer nimmt einem einer, wie die Bäckereifachverkäuferin einem bei der Wahl des richtigen süßen Teilchens, die richtigen Entscheidungen für das Leben ab.

Wenn aber bei Nies‘ größter dummen Idee, einer „Seebestattung“, der Schuß nach hinten losgeht, da ist er mir nah und wird zu einer tragischen Existenz. Keiner versteht seine Absichten. Er ist isoliert.

Wie nun das Buch zu seinem Titel, „Applaus für Bronikowski“ gekommen ist, wer nun dieser Bronikowski sein soll, das verrate ich nicht. Nur so viel, es hat mit einer weiteren dummen Idee Nies‘ zu tun, die ebenso nicht so ausgeht, wie er sich das gedacht hat.

Doch wie sagt Manfred, der ein wenig Abraham Lincoln ähnelt und Nies‘ Chef ist, zu ihm:

Vielleicht bist Du deiner Zeit voraus, sagte Manfred, ich weiß es nicht, aber wenn sich deine Methoden herumsprechen, bin ich bald bankrott.

Da hat Nies bereits gekündigt. Und damit endet die Geschichte. Also, wer weiß, ob er die Kurve kriegt? Ironie ist auch ein Spiel mit Möglichkeiten. Ist nur gut, wenn man versteht, sie ins Leben zu übersetzen.

Mir würde ich das Buch empfehlen. Aber ich habe es bereits gelesen. Ein wenig ist es wie ein süßes Teilchen. Für den Moment ist es gut gegen das flaue Gefühl und den Appetit. Es ist nicht das große schwere Gericht.

„Applaus für Bronikowski“ von Kai Weynand, Wallstein-Verlag

Hin- und Weiterführendes bei SätzeSchätze , wo ich übrigens bei der Gelegenheit ein sehr schönes Groucho Marx-Zitat auf der Seite fand. Hätte ich nicht schon ein Eigenes, dieses würde ich klauen.

Und wenn Sie schon dabei sind, geneigter Leser, ein Zeilensprung weiter.

Und noch ein Sprung zur Klappentexterin, spätestens dann könnte man überredet sein.