Die veryveryveryveryveryverylonglist für die nächsten 10000 Jahre und die darauf folgenden

Es wissen ein paar vielleicht, ich habe bereits eine Messe gebastelt. Das verlinke ich jetzt nicht für die, die das noch nicht wissen, sucht oder kommt einfach im nächsten Frühjahr vorbei.

Ich hab mir zeigen lassen, eine Liste mit Gewinnertiteln ist wichtig. Die braucht’s einfach. Nun, mein Anspruch ist Objektivität, Fairness und das, was keinen Zweifel lässt. Dann hören die Diskussionen auf und es bleibt mehr Zeit für’s Lesen.

Aus diesem Grund mit dem Strom auch meine Messe, wird es eine Liste geben, für die zur Zeit eine Jury, bestehend aus mir, die Jury auswählt, die die Jury auswählt, die dann die Bücher lesen darf…..Moment, da hab ich jetzt irgendwo eine Jury vergessen, na, die wird sich schon finden und ihren Platz einnehmen.

Diese gewählte Jury, also die letzte dann, ich gehe stark davon aus, dass ich das sein werde, aber man weiß nie, Überraschungen sind immer drin, die wird sich in einem ersten Durchgang der vvvvvvvvlonglist annehmen, sie einmal querlesen oder durch, Hauptsache gründlich, und die Bücher auswählen, die dann auf die vvvvvvvlonglist kommt. Was an Büchern und Jury dann noch übrig ist, wird in zweiter Runde usf, ihr kennt das Procedere.

Der zeitliche Ablauf sieht vor:

Bekanntgabe der Titel, die es auf die vvvvvvvlonglist geschafft haben: Herbst 4027
Dann folgt eine kurze Kaffeepause. Es wird der Presse Zeit gelassen, das Ergebnis zu bewerten. Uns/mir sehr wichtig, die mit im Boot zu haben, besonders den von der Süddeutschen.
Wer es nach dem nächsten Durchgang in die vvvvvvlonglist geschafft hat, soll im Herbst 7280 bekanntgegeben werden. Es regnet dann hoffentlich nicht. Die dann bereits bekannte Kaffeepause, einmal pinkeln und weiter……

Letzten Endes sollten wir im Jahre 23678, 12 Uhr plusminus Titel/Autor erfahren, der dieses Mal den Buchpreis der Hundsfrühjahrsmesse 2016 erhält.

Der Vorteil: neben der Objektivität, da bin ich sicher, auch das Preisgeld bis dahin zusammengespart zu bekommen, rein rechnerisch.

Der Nachteil: das Ableben von Autor und vermutlich Jury

Der Vorteil: das Preisgeld kann so eingespart werden, es sei denn…..

Nachteil: …..die Nachnachnachnachnachnachnachnachnachkommen klagen es erfolgreich ein.

Der Vorteil: mir ist das dann voraussichtlich alles egal und meine Nachnachnachnachnachnachnachnachnachkommen samt ihrer Anwälte hätten sich darum zu kümmern.

Jetzt aber, begleitend, suche ich für dieses Vorhaben ein paar Blogger, die es nicht scheuen, sich der vvvvvvvlonglist anzunehmen, diese zu besprechen und die Titel bis zum Ende der Veranstaltung und aller Dinge im Gespräch zu halten. Es wird nicht ganz ohne Anstrengung sein, ich weiß, aber es wird sich lohnen, denn diese, die sich der Sache annehmen, werden dann für die Hundsfrühjahrsmesse Freikarten erhalten und hätten uneingeschränkten Zutritt zur Lonsche.

Einzige Vorraussetzung: stabile Physis und ein gewisses literarisches Interesse. Und natürlich keine wichtigen Termine bis dahin. Es ist nämlich keine unernste Angelegenheit.

Also meldet euch! Blogger mit Nachkommen werden nicht bevorzugt. das wird schon irgendwie geregelt.

Obwohl ich mir ja fast sicher bin, dass ich am Ende Marcel Proust wähle. Und wehe, einer schreibt dann, nicht verdient, Skandal, warum nicht Setz, „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ war doch toll, fast so gut wie sein „Viertelstunde zwischen Hund und Cembalo“ oder was er dann, also echt, der Jury hat doch keine Ahnung, aber, was will man von einer Leiche schon erwarten usw. etc…………!!!!

Anmerkung: Bücher, die erst nach dem 01.10.2015 eingereicht werden, können nicht mehr berücksichtigt werden.

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Risse in den Fassaden schöner Kunst – Ralph Dutli „Die Liebenden von Mantua“

Unsere Erinnerung täuscht uns immer wieder, sie liegt ganz nah am Wahn … am Roman.

Und wenn wir zu viel wissen, folgt meist die Ent-Täuschung. Was guten Autoren gelingt, ist, sie verstehen, zu verbergen, was sie bereits wissen. Sie erwecken den Eindruck alles, was in ihren Geschichten geschieht, geschieht ohne ihr Zutun. Wenn Autoren ihr Wissen zeigen, so kann das für die Geschichte schädlich sein. Wir befinden uns dann in einem Vortrag. Professorale Literatur. Literatur von vorne, würde ich sie nennen wollen und einer etwa wie Eco wäre ihr Stammvater.

Das Kapitel etwa mit dem Ohrenschmalz der Wale. Der lagert sich ab, über Jahre. So sollte Erinnerung sein, wie eine Black Box. Das ist alles nett geschrieben, durchaus bedenkenswert, durchaus mit Pointe. Wenn es nur dabei bliebe. Denn es kommen noch ein paar Sätze zum Ohrenschmalz der Wale hinzu. Da muss man stehenbleiben, wo man doch schon weiter wollte in der Geschichte. Wo die Geschichte weiter wollte. Der Autor lässt sie nicht. Er weiß noch zwei, drei Dinge zum Wal zu sagen.

2007 FuErdbeben-Zerrissene-Zeit-Eine-vom-Beben-am-20nd zweier eng umschlungener Skelette bei Valdaro in Italien. 2012 Erdbeben in Norditalien, Tote, Beschädigungen an zahlreichen historischen Gebäude, Risse in den Renaissance-Fassaden. 2015 bringt Ralph Dutil in seinem Roman „Die Liebenden von Mantua“ diese beiden Begebenheiten zusammen.

Ja, es ist ein Riss, ein Riss in allem Schein! – So schwappt das Licht herein.

Oder Dunkelheit und Wahnsinn.

Zuerst aber findet sich die Kunst, die Liebe, das Ewige. Renaissance heißt Überbietung. In der Malerei neue extreme Perspektiven, einer wie Mantegna ein Meister darin. Was geschaffen wurde, der terremoto (ein in seinem Klang viel treffenderes Wort als das deutsche, sanftere ‚Erdbeben‘) nimmt darauf keine Rücksicht.

Es begegnen sich wieder zwei Freunde in Mantua, Raffa und Manu. Raffa sucht nach Spuren des Erdbebens von 2012, Manu die Liebenden. Die sind verschwunden. Bald darauf verschwindet auch Manu; er wird entführt.

Das Buch aber liest sich wie ein Reiseführer. Tatsächlich wird man von Ort zu Ort geführt. Und wie man erst im Reiseführer weiterliest, wenn man angekommen ist bzw., wenn man wissen will, wo man hingehen soll, liest es sich so am besten. So funktioniert es. Die Geschichte ergibt sich nicht, keineswegs wird man von ihr fortgerissen.

Und auch Raffa, nachdem sein Freund verschwunden ist, lässt sich erst einmal Mantua zeigen. Der Blick hinauf, bis der Nacken schmerzt.

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L’oculo

Siehst du, wir halten es nicht mal eine Stunde in der Renaissance aus!, sagt seine fremde Führerin. Wir sind zu unbegabt dafür…

Dennoch wird weiter vorgetragen. Über die Stunde hinaus. Raffa ist keine handelnde Figur, er ist Tourist. Die Liebesgeschichte zwischen ihm und seiner Führerin, Lorena, sie berührt nicht. Obwohl es durchaus Momente hat. Doch sofort folgen weitere Reminiszenzen. Das nächste Kunstobjekt, es wartet.

Raffa beginnt sich nach schlichter grauer Betrübtheit zu sehnen, nach perfekter Melancholie und gottverdammter Traurigkeit meinetwegen, nur nicht mehr das lustpeitschende Bacchanal dieser Fresken…

…etc. Und mir als Leser erging es ebenso. Es ist ein schmaler Band, dieses Buch, allein man geht hindurch wie in einem Museum, langsam und in Etappen, bleibt stehen, betrachtet, während man vielleicht viel lieber das Leben draußen beobachten möchte, jenseits von Holzrahmen und Sockeln.

Man wünscht sich für das Buch selbst ein Erdbeben, dass die Fassaden einstürzen und die Geschichte freigelegt wird. Die ist nämlich im Grunde sehr interessant. Da ist die Entführung, ein halb wahnsinniger Comte will eine neue Religion gründen und der entführte Manu soll dazu eine Charta der Liebe verfassen, die „Liebenden von Mantua“ als ihr stärkstes Symbol. Nur ist die Geschichte ausgestellt wie in einem Glaskasten, so wie die Liebenden selbst. Man ist nicht darin, man steht herum und schaut sich die Exponate an.

Die Dialoge sind mitunter so, als würden sich Audioguides miteinander unterhalten. Was der eine einwirft, wird vom anderen ignoriert; er/sie hält weiter seinen Vortrag. Das ist das Schwächste: die Figuren interagieren nicht. Allein in ein paar Rückblenden, etwa in den kurzen Episoden von Manu und Laure in Paris, bewegt es sich:

Als sie in die Rue Daguerre hinaustraten, schneite es wie an den Polen der Welt, Schnee ist Schnee, aber wenn es in dieser Stadt schneit, glaubt man sich auf einen anderen Stern. Sie gingen zum Friedhof Montparnasse und lasen wieder den Grabspruch des peruanischen Dichters, der im Pariser Schnee umkam: ich habe so viel geschneit, damit Du schlafen kannst.

In Mantua allerdings bleibt alles Museum.

Ich gehe selbst sehr gerne in Museen, dort, wie hier in dem Roman steht scheinbar die Zeit still. Das tut sie nicht wirklich und nicht lange und sie wird einem lang. Dann geht man an die frische Luft. Vieles in dem Buch, das zum Nachdenken anregt.

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Ralph Dutli „Die Liebenden von Mantua“, Wallstein-Verlag

Ein Buch, das mir gefällt, sofern ich mich als Reisender darin bewegen kann, Pausen machen kann. Kluges wird gesagt, die Neugier angeregt. Als Roman oder gar als Liebesgeschichte ist es aber misslungen.

Das weiß ich, da ich in einem einzigen Bild, gefunden zur Zeit der Lektüre auf der Seite einer Bloggerin eine Liebesgeschichte lese, die mir näher geht und mit weniger   Worten auskommt:

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„Love“, copyright by Jaqueline Krone –

 Dennoch, obwohl es eine Arbeit war, hat sie Spass gemacht. Ich weiß gar nicht, wie man darauf kommen kann, es müsste einander ausschließen.

 Zum Blog von Frau Krone: https://bildundschrift.wordpress.com/2015/09/07/love/comment-page-1/#comment-48

Ironie und Würde

„Wer sind Sie denn, dass ich Ihnen etwas empfehlen könnte?“. Möchte ich sagen und den Blick senken. Buchempfehlung, wie geht das? Auf’s Geratewohl dem anderen ein Buch ans Herz legen oder davon abraten, weil man selbst entsprechende Erfahrungen damit gemacht hat?

„Hat in mir etwas ausgelöst, zum Klingen gebracht.“ Das will ich doch meinen. Es wäre vertane Zeit, wenn dem nicht so wäre. Allerdings, und da wird es spannend, es wäre herauszurücken mit dem, was es denn nun da drinnen bewegt hat, Gedanken, Gefühle etc. Man muss ja nicht gleich persönlich werden, aber lediglich zu sagen, „sollten Sie lesen, war toll“, will mir nicht ausreichend scheinen.

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Eine ganz unironische Geschichte von einem der eine ironische Person genannt werden kann. Was ist Ironie, wenn sie den Boden unter den Füßen verliert, verloren hat.

Du musst die Dinge ernst nehmen, bevor Du sie ironisch behandelst

Da spricht NC, Nies, seltsamer Kerl, Kauz, eigensinniger Mensch. Als er dreizehn war, nahm das Leben ihn nicht ernst, brachen seine Eltern nach Kanada auf, ließen ihn bei seinem größeren Bruder zurück.

Es ist so wichtig, dass man jemanden hat, auf den man sich verlassen kann, fügte die Mutter hinzu.

Ihr neues Leben in Kanada, seinem war das Urvertrauen genommen. Ab jetzt nur noch nach seinem Kopf. Sein älterer Bruder wird Bankmann, er bleibt ziellos.

Nichts gilt ihm was. Selbst Worte, „aus Buchstaben zusammengesetzte Sklaven“ können so oder so gemeint sein. Wortspiele ohne Gültigkeit, Ironie ohne Witz. Es ist hier die Geschichte ein wenig öde.

NC wird Hausmeister, unter anderem, ist Flaneur, streift durch die Stadt, nur nichts genau kennenlernen, nur nicht zu sehr sich auf etwas einlassen, begegnet er einem dreibeinigem Hund, dessen Behinderung man gar nicht wahrnimmt.

Ironie ist, das Leben so nehmen, als wären da vier Beine, obwohl es nur drei sind. Ist sicherer Stand und Gang als ob. Ironie ist nicht, das Leben nicht anzunehmen, weil etwas fehlt.

NC wird Leichenbestatter und lernt eine andere Sicherheit im Leben kennen: den Tod. Dabei bleibt er am Anfang in ironischer Distanz. Doch Bestatten ist nichts Unverbindliches wie ein Hobby. Er lernt zunächst die Ruhe der Toten kennen, ihre Schönheit, die Würde, die nichts Ironisches an sich hat.

Wer aber einmal so ist, wie er ist, der ändert sich nicht gleich. NC ist  nicht ganz der sympathische Kerl. Er wirkt bisweilen überheblich und arrogant, bricht einmal sogar eine Nase. Seine Originalität besteht oft nur in dummen Ideen.

Dabei hat er seine philosophischen Momente.

Vielleicht ist Würde nicht immer das, was man glaubt, sondern das Bestmögliche in der Situation, sagte NC.

Nur, was ist, wenn diese Einsichten den Zumutungen des Lebens wie des Todes nicht immer gewachsen sind. Denn wer weiß schon, was das Bestmögliche ist. Nicht immer nimmt einem einer, wie die Bäckereifachverkäuferin einem bei der Wahl des richtigen süßen Teilchens, die richtigen Entscheidungen für das Leben ab.

Wenn aber bei Nies‘ größter dummen Idee, einer „Seebestattung“, der Schuß nach hinten losgeht, da ist er mir nah und wird zu einer tragischen Existenz. Keiner versteht seine Absichten. Er ist isoliert.

Wie nun das Buch zu seinem Titel, „Applaus für Bronikowski“ gekommen ist, wer nun dieser Bronikowski sein soll, das verrate ich nicht. Nur so viel, es hat mit einer weiteren dummen Idee Nies‘ zu tun, die ebenso nicht so ausgeht, wie er sich das gedacht hat.

Doch wie sagt Manfred, der ein wenig Abraham Lincoln ähnelt und Nies‘ Chef ist, zu ihm:

Vielleicht bist Du deiner Zeit voraus, sagte Manfred, ich weiß es nicht, aber wenn sich deine Methoden herumsprechen, bin ich bald bankrott.

Da hat Nies bereits gekündigt. Und damit endet die Geschichte. Also, wer weiß, ob er die Kurve kriegt? Ironie ist auch ein Spiel mit Möglichkeiten. Ist nur gut, wenn man versteht, sie ins Leben zu übersetzen.

Mir würde ich das Buch empfehlen. Aber ich habe es bereits gelesen. Ein wenig ist es wie ein süßes Teilchen. Für den Moment ist es gut gegen das flaue Gefühl und den Appetit. Es ist nicht das große schwere Gericht.

„Applaus für Bronikowski“ von Kai Weynand, Wallstein-Verlag

Hin- und Weiterführendes bei SätzeSchätze , wo ich übrigens bei der Gelegenheit ein sehr schönes Groucho Marx-Zitat auf der Seite fand. Hätte ich nicht schon ein Eigenes, dieses würde ich klauen.

Und wenn Sie schon dabei sind, geneigter Leser, ein Zeilensprung weiter.

Und noch ein Sprung zur Klappentexterin, spätestens dann könnte man überredet sein.

Radler

Vor einigen Jahren, Juni oder Juli, da plante ich meinen Urlaub so, dass ich die Tour de France verfolgen konnte. Ich sah den Start, ließ sie erstmal fahren, ging solange ein Radler trinken, las in einem Buch. Ich kannte den Zeitplan, wusste, wann das Feld kurz vor Sprint- oder Bergwertungen war. Bis dahin war alles getrunken, einiges gelesen und sogar ein Mittagessen gekocht und gegessen.

Bei den Steigungen, Alpe d’Huez, Tour Malet, blieb ich dran. Hier fanden die Duelle statt. Faszinierend der Kampf Mann gegen Mann. Rote Gesichter, Schweiß. Inmitten schönster Landschaft.

Dann später nicht mehr. Nicht allein wegen des Dopings. Sondern ich war nicht mehr allein, dass ich mich sechseinhalb Stunden, das jeden Tag, einem Radrennen im Fernsehen hätte zuwenden können. Es hatte seine Zeit. Die war vergangen.

Ein Radler an warmen Tagen trinke ich immer noch. Und das Lesen ist weiterhin wichtiger Bestandteil. Ein eigenes Rad habe ich übrigens nie besessen. In Städten fahre ich nicht. Es hat zu viele Straßenbahnen, zu viele Bordsteine. Ich brauche einen Schutzradius von wenigstens 50 Metern. Auf dem Land wären das Problem die Berge gewesen.

So fuhren sie für mich, quälten sich hinauf, stürzten sich hinunter, Rad an Rad und fuhren durch spalierstehende Menschenmassen.

Ich verstehe mich besser auf’s Lesen (vom Radlertrinken hat das jetzt hoffentlich keiner erwartet), bin beim Lesen mutiger, ausdauernder. Und scheue nicht höchste Kategorien. Doch immer kurz vor dem Besenwagen. Einen Fehler konnte ich so ziemlich ablegen. Ich lese weniger nach dem Streckenprofil. Bin auch weder reiner Sprinter noch Kletterziege. Auf irgendwelche Trikots richte ich nicht mein Augenmerk.

Habe irgendwann vielleicht so gelesen (und mitunter kommt das noch vor):

Profil

Vorbereitung mit Beginn der Saison, Streckenplanung. Die Kräfte einteilen. Ziele setzen. Nicht nur Etappen mit Bergen der höchsten Kategorie.  Ausrollen einplanen. Pinkelpausen. Nahrungsaufnahme. Wahrscheinlich noch Wochen und Monate im voraus.

Das ist für Profiradler, für mich als Amateur blanker Unsinn. Wer erinnert sich an den „Club der toten Dichter“? Wie war das, Poesie bewerten nach x- und y-Achse? Es war nicht ganz so schlimm. Dennoch ganz befreien davon, aus Literatur eine planbare Sache zu machen, das ist mir bis jetzt nicht ganz gelungen. Und brüte darüber, wie ich aus der longlist eine brauchbare und erfolgversprechende Tour zusammenstellen kann.

Und kein Radler mehr im Haus. Dabei weiß ich doch, was für ein Radler ich selbst bin. Ich sollte Streckenprofile und Koordinatensysteme für mich nicht in Anspruch nehmen.

Sonst entgehen mir die Sonnenblumen:

Sonneblumen

Am Ende waren es nämlich die französischen Landschaften, weswegen ich dranblieb. Der Sonnenblumen wegen. Die Profis hatten kein Auge dafür. Nur immer für den Vordermann. Und lesen sollte man wegen der Landschaften.

Da ist nirgendwo ein gewinnbares Ziel.  Zumindest nicht vorne.